Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Die stillen Helden: Hans Hebrank wirkt für die Parkinson-Selbsthilfe

Hans Hebrank
Hans Hebrank

Hans Hebrank engagiert sich in Speyer für die Parkinson-Selbsthilfe und die Abteilung Ping Pong Parkinson im TTC. Im Interview mit Narin Ugrasaner erklärt, wie das ankommt.

Herr Hebrank, welche Aufgaben übernehmen Sie in Ihrem Ehrenamt?
Ich bin Mitglied im Leitungsteam der Parkinson-Selbsthilfe Schifferstadt/Speyer (PSH) und unterstütze dabei die beiden Leiterinnen Renate Henrich und Claudia Schoeneberger bei der Organisation der monatlichen Veranstaltungen und bei der Aufstellung des jeweiligen Jahresprogramms für die derzeit knapp 200 Mitglieder. Außerdem betreue ich zusammen mit meiner Frau Elke das PSH Sorgentelefon unter 0160 9955 1101. Daneben bin ich als einer der Mitgründer der Abteilung Ping Pong Parkinson (PPP) im Tischtennisclub (TTC) Speyer einer von drei Sprechern der PPP-Gruppe, die von acht Mitgliedern Mitte 2024 auf deutlich über 40 Mitglieder Ende 2025 gewachsen ist. In dieser Funktion helfe ich dem TTC Vorstand Chris Weber und dem Trainer Klaus Niebes bei organisatorischen und planerischen Aufgaben für die wöchentlichen Trainings in der Siedlungsschule donnerstags und in der Woogbachschule mittwochs. Dazu kommen Öffentlichkeitsarbeit und die Einführung neuer Mitglieder sowohl bei PSH und bei PPP.

Was ist das Schwierigste daran?
Nichts ist wirklich schwierig. Es kostet halt alles viel Zeit, es macht aber auch viel Spaß, andere zu unterstützen und ihnen zu helfen. Manchmal müssen auch unterschiedliche Meinungen unter einen Hut gebracht werden. Dabei hilft es natürlich, dass insgesamt eine sehr gute Stimmung sowohl im PSH als auch beim PPP herrscht.

Warum machen Sie es gerne?
Es macht einfach Freude, andere zu ermutigen, mit dem Thema Morbus Parkinson positiv umzugehen. Das wirkt dann auch auf mich selbst positiv zurück, ich bin ja ebenfalls Betroffener und habe ähnliche Probleme. Außerdem freut es mich, zu sehen wie der eine oder andere mithilfe PPP oder PSH regelrecht „aufblüht“. Zudem ist es schön mitzubekommen, wie sich in den Gruppen Sympathiekreise und Freundschaften entwickeln.

Was war ein besonderes Erlebnis?
Ein tolles Erlebnis war Ende 2024/Anfang 2025 eine Crowdfunding-Spendenaktion mit Unterstützung der Stadtwerke Speyer zur Anschaffung neuer Tischtennisplatten für die PPP-Abteilung. Schlussendlich erreichten wir 50 Prozent mehr als von uns erhofft. Ein anderes besonderes Erlebnis ist immer wieder zu erleben: Selbst stark beeinträchtigte Parkinson Betroffene blühen beim PPP-Tischtennis regelrecht auf und „vergessen“ dabei ihre Parkinson-Symptome.

Wissen die Menschen Ihren Einsatz zu schätzen?
Ja, in der Masse schon. Ich erhalte viel Anerkennung und Lob von den Mitgliedern und auch vom TTC als solchem. Andere Bekannte und frühere Kollegen bekommen mein Engagement mit und reagieren positiv. Selbst vom Haus- und Facharzt kommt hin und wieder ein Lob bei mir an.

Was macht Ihre Aufgaben besonders?
Die Zusammenarbeit mit anderen Menschen mit Handicap. Es gehört viel Kraft dazu, immer wieder andere zu motivieren und in positive Stimmung zu bringen und gemeinsam Freude und Spaß zu haben. Das benötigt viel Kommunikation und ein Eingehen auf die verschiedenen Charaktere. Oft kommt dann eine ehrliche Herzlichkeit zurück.

Welchen Tipp würden Sie Interessenten mitgeben?
Man muss Freude am Umgang mit Mitmenschen haben und braucht dabei eine positive Grundeinstellung – trotz lästiger und nervender Parkinson-Erkrankung. PPP ist auch für absolute Tischtennis-Laien kein Problem. Jeder kann mitmachen.

Zur Person

Hans Hebrank (68) studierte Mathematik und Betriebswirtschaft, war Leitender Angestellter und Vertriebsdirektor in einem großen IT-Unternehmen und ist seit 2021 in Rente. Er engagiert sich seit 2022 in Speyer ehrenamtlich. Zu seinen Hobbys gehören Fotografieren, Lesen, Reisen und Geschichte.

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