Speyer Die perfekte Welle

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SPEYER. Die perfekte Welle ist für Maximilian Kolbinger (15) vom KC Speyer ein Muss. Er wurde in eine Kanusportfamilie hineingeboren. Das Flachwasser war ihm irgendwann nicht mehr genug. Gefälle mussten her und trickreiche Wendungen. Seit zwei Jahren fährt der Jugendliche Freestyle in seinem Boot. Damit schaffte er es sogar schon bis zur Europameisterschaft.

In der dritten Generation befährt Maximilian, den die meisten Max nennen, die Gewässer. Das bereitete ihm schon immer Spaß. Aber: „Ich wollte es wilder, weil das monotone Flachwasserfahren irgendwann langweilig wird.“ Also stieg Max auf das gerade mal 1,80 Meter lange Freestyle-Kanu um – mehr als halb so groß wie ein herkömmliches Boot. Seither bereiste der Elftklässler des Speyerer Schwerd-Gymnasiums einige Länder. „Wir waren schon in halb Europa, je nach Platzierung“, wirft sein Vater Jens Kolbinger ein. Dass sich das harte Training und der Einsatz seines Sohnes um den Sport bereits bezahlt macht, freut ihn. Nach dem zweiten Platz bei der deutschen Meisterschaft 2013 und dem dritten 2014 folgte die Qualifikation für die Nationalmannschaft, die Max den Weg zur Europameisterschaft in der Slowakei im September ebnete. „Da lief es nicht so optimal“, meint er. Seine Platzierung ist jedoch bemerkenswert: Er schaffte den Sprung unter die besten 20 – bei 60 Startern. „Es war ein tolles Gefühl, bei einem so großen Wettkampf mitzufahren“, erzählt Max Kolbinger im Gespräch mit der RHEINPFALZ dann auch: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Chance schon so früh kommt.“ Einen Anteil am Erfolg trägt Trainer Helmut Wolff (Villingen-Schwenningen), selbst mehrfacher Deutscher Meister im Kanu-Freestyle. Meistens ist Max am Wochenende auf Wellen unterwegs. Da die in Speyer fehlen, nimmt der junge Mann Anfahrten bis Deggendorf an der Isar oder gar Basel auf sich. Geht es dem Jahresende zu, sinken die Pegelstände. Für ihn bedeutet das fast das vorübergehende Trainings-Aus. Denn alternativ geht’s dann ins Schwimmbad, wie der Domstadter berichtet. In Bad Bergzabern hat er das Becken zwei Stunden nach Ende des Badebetriebs allein für sich und sein Kanu. Fit hält sich Max mit Krafttraining. Nun steigt er von den Unter-16-Jährigen zur U18 auf. Abgesehen von der nächsten deutschen Meisterschaft bereitet sich der Gymnasiast auf ein zweites Ziel vor: die Qualifikation im März für die Freestyle-Weltmeisterschaft. Wenn der Ritt auf der perfekten Welle glückt, hebt Maximilian Kolbinger ab in Richtung Kanada.

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