Speyer Die Kunst des Kopierens

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Das Kopieren und Reproduzieren hat sich zu einer wichtigen Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts entwickelt. Das Internationale Samplingfestival in Mannheim will die Bandbreite dieser neuen Kunstform vom 5. bis 20. Mai vorstellen. Interdisziplinär und multimedial werden die neuen Ausdrucksformen in Musik und bildender Kunst vorgeführt sowie in Diskussionsrunden erörtert.

Zum zweiten Mal richten das Mannheimer Künstlerhaus Zeitraumexit und die Alte Feuerwache das Festival aus. An fünf Orten in der Stadt gibt es 30 Veranstaltungen rund um das künstlerische Reproduzieren. Wie sieht die Kopierpraxis in den internationalen Kulturen und Subkulturen aus? Was passiert mit afrikanischer Volksmusik oder traditionellem Ethnodesign im Ursprungsland und was in der Reproduktion etwa bei uns in Europa? Fragen wie diesen versucht das Festival in der Theorie, in Podiumsdiskussionen und in der künstlerischen Ausgestaltung nachzugehen. Migration und Globalisierung spielen dabei eine wesentliche Rolle. Das zeigt schon die Performance zur Eröffnung mit dem Titel „Show me how“ bei Zeitraumexit. Zwei Tänzerinnen führen hier den Vorgang menschlicher Imitation vor. Eine Tanzperformance zeigt am 12. Mai Christine Chu mit „Arirang – Wo ist Nordkorea?“. Die eigene Familiengeschichte sowie die Auswirkung von Migration und Entwurzelung hat die Tänzerin zu einer sehr persönlichen Auseinandersetzung auf die Bühne gebracht. Damit war sie für die Shortlist des Theaterpreises Baden-Württemberg nominiert. Mit dem Deutschen Theaterpreis „Faust“ 2016 ausgezeichnet wurde „Urban Soul Café“ – eine Produktion des Choreographen Christoph Winkler: Der neuseeländische Hip-Hop-Tänzer Aloalii Tapu tanzt dabei seine eigene Geschichte eines kulturellen Grenzgängers. Ob polynesisch, europäisch-zeitgenössisch oder pop-kulturell, Aloalii Tapu bewegt sich fließend zwischen den Genres, die sein Schaffen beeinflussen. Die Tanz-Performances sind im Künstlerhaus Zeitraumexit zu sehen, die musikalischen Beiträge kommen in der Alten Feuerwache auf die Bühne. Dazu gehört der Auftritt des Amerikaners DJ Jazzy Jeff. Der Hip-Hop-Produzent hat die Scratch-Techniken entwickelt und in den späten 80er Jahren zusammen mit Will Smith das Duo DJ Jazzy Jeff & The Fresh Prince formiert. R.A. The Rugged Man, Lakmann und weitere Künstler sind morgen, 6. Mai, in der Alten Feuerwache mit dabei. Das internationale Kuratoren-Kollektiv Madrassa Collective präsentiert ein einwöchiges Programm bei Zeitraumexit. In Lesungen, Filmen, Diskussionen und Performances greift das Programm „Bazar“ die Themen kultureller Aneignung unter den Vorzeichen weltweiter Migration auf. Zu einem Breakdance-Kurs lädt das bulgarische Künstler-Kollektiv Sleepwalking Society ein. Auch die Galerie Port 25 in der Hafenstraße beteiligt sich mit einer Ausstellung: Zu sehen sind Arbeiten von Sylvia Ballhause, Christoph Büchel und anderen Künstlern. Kontakt Weitere Informationen gibt es unter der Internet-Adresse www.supercopy.eu.

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