Speyer „Die Kommunalreform bringt etwas“

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Waldsee. Ab Mai 2017 werden die Altriper ihr Wasser vom Zweckverband für Wasserversorgung Pfälzische Mittelrheingruppe (PMG) bekommen und nicht mehr von den technischen Werken in Ludwigshafen (TWL). Das hat der Verbandsgemeinderat Rheinauen am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. Gleich am nächsten Tag kündigte die Verbandsgemeindeverwaltung Rheinauen den Vertrag mit TWL fristgerecht mit Wirkung zum 30. April 2017. Im Moment zahlen die Altriper noch rund 30 bis 40 Prozent mehr für ihr Trinkwasser als die Bewohner der anderen Ortsgemeinden. Ab Mai 2017 kostet der Kubikmeter Frischwasser nur noch 98 Cent, also genauso viel wie in Waldsee, Neuhofen und Otterstadt. Diese Orte gehören nämlich schon seit Jahrzehnten zur PMG. Im Moment kostet das Wasser in Altrip noch 1,32 Euro. Unverändert bleibt allerdings auch nach dem Wechsel die monatliche Grundgebühr von 8,91 Euro für Altrip. Es wird noch zehn Jahre dauern, bis sie der Grundgebühr, die die Bürger in anderen Orten der Verbandsgemeinde zahlen, angepasst wird. Im Moment sind das 3,48 Euro im Monat. Der Grund: Um Altrip an das Netz der PMG anschließen zu können, muss die PMG einiges investieren. Die Vorgeschichte: Der Zweckverband für Wasserversorgung Pfälzische Mittelrheingruppe besteht seit 85 Jahren und versorgt 75.000 Bürger mit Trinkwasser. Neben Waldsee, Neuhofen und Otterstadt gehören ihm auch Limburgerhof, Mutterstadt, Dannstadt-Schauernheim und Böhl an. Das Wasser wird aus zehn Brunnen gewonnen und in vier Wasserwerken aufbereitet. Altrip hat dagegen nach Informationen von Rheinauens Bürgermeister Otto Reiland (CDU) bis vor rund zehn Jahren ausschließlich ein eigenes Wasserwerk betrieben und sich dann vertraglich für zehn Jahre an die TWL gebunden – aber nebenbei weiterhin Wasser im eigenen Werk aufbereitet. Seit etwa einem Jahr hat es laut Reiland intensive Gespräche und Verhandlungen mit TWL und PMG gegeben. Die TWL sei allerdings Altrip nicht entgegengekommen und möchte die Wasserpreise auch in Zukunft so hoch halten, so Reiland. Die PMG erklärte, dass die Anbindung von Altrip an das Netz des Zweckverbandes machbar sei. Altrip könne nach wie vor Wasser im eigenen Wasserwerk fördern. Wie die nötige zweite Einspeisung von Wasser nach Altrip umgesetzt werden soll, steht noch nicht fest. Möglicherweise kann die PMG die schon bestehende Leitung von Rheingönnheim nach Altrip weiter nutzen. Es wäre aber auch möglich, eine Leitung vom Wasserwerk Waldsee nach Altrip zu bauen. Reiland, aber auch einige Ratsmitglieder wunderten sich, dass es seitens der TWL kein Entgegenkommen gibt. Die Entscheidung, zur PMG zu wechseln, fiel den Ratsmitgliedern daher leicht. „Zum ersten Mal können Zweifler an der Verbandsgemeinde sagen: die Kommunalreform bringt etwas. Es wäre töricht und unverantwortlich, wenn wir dieser Idee nicht zustimmen würden“, sagte Ralf Kissel (SPD). An den deutlich höheren Preisen für das Abwasser, die die Altriper im Vergleich zu den anderen Ortsgemeinden zahlen müssen, wird sich dagegen so schnell nichts ändern. „Wer den Vertrag kennt, weiß, dass er fast unkündbar ist“, sagte Altrips Bürgermeister Jürgen Jacob, der für die FWG Verbandsgemeinde im Rat sitzt. Das Altriper Abwasser wird in Ludwigshafen geklärt, das Neuhofener fließt in die Kläranlage nach Limburgerhof und das Schmutzwasser aus Waldsee und Otterstadt wird in die Kläranlage nach Speyer gepumpt. Ebenfalls auf der Tagesordnung standen im Rat die Wirtschaftspläne für die Abwasserwerke. Werksleiter Patrick Fassott stellte die Abwasserpreise für 2016 vor: In Neuhofen kostet der Kubikmeter Abwasser 3,22 Euro und damit neun Cent weniger als letztes Jahr. Der Preis für das Oberflächenwasser konnte von 58 auf 52 Cent gesenkt werden. Als Oberflächenwasser wird Wasser bezeichnet, das sich offen auf der Erdoberfläche befindet, zum Beispiel in Flüssen oder Seen. Für die Bürger anderer Ortschaften hat sich nichts geändert. In Waldsee und Otterstadt kostet der Kubikmeter Abwasser 1,47 Euro und das Oberflächenwasser 70 Cent. Die Altriper zahlen für das Abwasser 2,86 Euro und für das Oberflächenwasser einen Euro. Das sei, so Fassott, eine „zarte Annäherung“. Sowohl das Wasserwerk Altrip als auch die drei Abwasserwerke schließen laut Plan mit einem Jahresgewinn ab. Wasserversorgung Altrip: 11.400 Euro, Abwasserwerk Altrip: 249.700 Euro, Abwasserwerk Neuhofen: 121.900 Euro und Abwasserwerk Waldsee/Otterstadt: 11.800 Euro. Fassott stellte auch die Jahresabschlüsse der Werke für 2014 vor. Demnach erwirtschaftete das Wasserwerk Altrip einen Gewinn in Höhe von 41.300 Euro, das Abwasserwerk Altrip 193.800 Euro und das Abwasserwerk Waldsee/Otterstadt 159.700 Euro. Die Zahlen für Neuhofen lagen noch nicht vor. Die Gewinne sollen in die Rücklage einfließen.

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