Speyer Die Chemie stimmt auch im Freien

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Eine Familienfeier unter Linden und Kastanien: So lässt sich der musikalische Doppelpack aus Marcel Adam und Joscho Stephan sowie ihren Ensembles am Freitagabend auf dem Dudenhofener Waldfestplatz zusammenfassen.

Vor allem zwei Einzelheiten unterstrichen den familiären Charakter: Da gaben die Musiker einem Mitglied des Dudenhofener Kulturvereins ein Geburtstagsständchen. Zudem kam es zu einer jener Pannen, wie sie oft zu Familienfeiern zu gehören scheinen: Wegen eines durchgeschmorten Kabels fiel der Strom vorübergehend aus – und das Konzert war kurzfristig „unerhört“. Der französisch-deutsch-lothringische Liedermacher Adam und Stephan, der Gypsy-Jazz-Gitarrist aus dem Ruhrgebiet, zeigten einmal mehr, dass die Chemie zwischen ihnen stimmt. Was für die beiden ausgeprägt individuellen Künstlerpersönlichkeiten gilt, trifft auf ihre ebenso individuellen Begleitmusiker in gleicher Weise zu. Adam mischte klassische französische Chansons mit Deutschem („Der Clown“, „Wunder gescheh’n“) und eigenen Liedern. Dazu zählten der mehrsprachige Blues „Es Geischterhuus“, die umwerfend komische „Krumme Lanke“ und der bitterböse „Wolfsjäger“. Sohn und Gitarrist Yann-Loup Adam sang „Il neige sur le Lac Majeur“ – ein vom Amerikaner Mort Shumann geschriebenes Chanson, dessen deutsche Fassung Vicky Leandros 1973 als „Lago Maggiore im Schnee“ veröffentlicht hatte. Zu Marcel Adams Ensemble gehörten außerdem noch der flinke Akkordeonist Christian di Fantauzzi und Christian Conrad an der E-Gitarre. Das Joscho Stephan Trio spielte in der Besetzung mit Vater Günter Stephan (Gitarre) und Max Schaaf am Kontrabass. Die Musiker präsentierten etwa Stephans Swing-Version von Mozarts „Rondo alla Turca“, Django Reinhardts „Minor Blues“ und Eigenes in dieser Swing-Tradition. Als sehr reizvoll erwies sich das Zusammenspiel beider Ensembles im zweiten Teil des Konzerts. Dabei ergänzte Stephan mit seinen Soli Marcel Adam, während Di Fantauzzis Akkordeon als stimmige Ergänzung zum Joscho Stephan Trio fungierte. Vieles verbindet die Künstler: So arrangierte Stephan manches für Adam, der seinerseits seinem „Cousin im Herzen“ ein Chanson widmete. Aber auch zwischen den Genres geht es hin und her, wie die Musiker zeigten: Da wurde etwa aus dem Chanson „J’attendrai“ ein Gypsy-Swing-Klassiker oder der Klezmer-Swing „Josef, Josef“ in der Nazi-Zeit zum harmlosen Schlager „Sie will nicht Blumen, will nicht Schokolade“.

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