Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Diamantene Hochzeit: Beim Fasnachtsball hat’s gefunkt

Sich selbst genug: Brigitte und Artur Morgenstern.
Sich selbst genug: Brigitte und Artur Morgenstern.

Für Brigitte und Artur Morgenstern ist Speyer mittlerweile der alleinige Lebensmittelpunkt. Am 10. Juli 1964 hat das Paar in Iggelheim geheiratet, danach alles geteilt, seine Kinder groß gezogen, Berufliches, Privates und Sportliches in Einklang gebracht. Festlich soll es am 60. Hochzeitstag werden, aber zunächst zu zweit und ganz unaufgeregt.

„Die Kinder kommen später“, berichtet der Jubel-Bräutigam von starker beruflicher Einspannung des Nachwuchses. Die Tochter lebt und arbeitet in München, der Sohn ist oft im Ausland unterwegs. „Mit ihnen holen wir die Feier nach“, bleibt Artur Morgenstern ganz entspannt. Auch Ehefrau Brigitte bringt noch nichts aus der Ruhe. „Vielleicht kommt das noch“, meint sie wenige Tage vor der Diamantenen Hochzeit.

Kennengelernt habe sie ihren Artur auf einem Fasnachtsball in Iggelheim, erzählt sie von dem jungen Mann, der sie „ohne Krawatte“ zum Tanzen aufgefordert habe. Das fehlende Kleidungsstück habe sie sofort kritisiert. Artur Morgenstern lacht bei dem Gedanken an das erste Aufeinandertreffen. Sie sei streng erzogen worden, erklärt die gebürtige Ostpreußin, die nach Kriegsende mit den Eltern in den Westen fliehen musste.

„Den Rücken freigehalten“

Artur Morgenstern ist in der Viehtriftstraße aufgewachsen. Noch heute wohnt das Ehepaar dort. Das Haus ist gewachsen, die Wohnung voller Erinnerungen an seine Meisterstücke und die Familie. Gelernt hat Morgenstern Spengler und Installateur. In der Karlsruher Technikerschule hat er es zum Sanitär- und Heizungstechniker gebracht, seinen Meister gemacht und danach drei Jahrzehnte bei den Stadtwerken gearbeitet. Ehefrau Brigitte hat Bürokauffrau gelernt und bis zur Geburt der Tochter 1965 als Verkäuferin gearbeitet. „Sie hat die Kinder erzogen, den Haushalt geschmissen, war bei allen Vorhaben dabei und hat mir immer den Rücken freigehalten“, lobt Artur Morgenstern seine „bessere Hälfte“. Mittlerweile ist das Jubelpaar sich selbst genug. Ein täglicher Spaziergang nach dem Mittagessen ist drin, viele gemeinsame Stunden verbringen die Morgensterns in ihrem Wohnzimmer, umgeben von alter Handwerkskunst und den Meisterstücken, die der Jubel-Bräutigam fast so gerne anschaut wie seine Frau. „Aber wirklich nur fast“, betont er.

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