Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Derzeit kein Engpass bei Unterbringung von Flüchtlingen

Angekommen: Menschen aus Afghanistan, denen die Aufnahme in Deutschland zugesagt wurde, auf dem Flughafen in Hannover.
Angekommen: Menschen aus Afghanistan, denen die Aufnahme in Deutschland zugesagt wurde, auf dem Flughafen in Hannover.

In Speyerer Flüchtlingsunterkünften leben mehr Menschen als vor einem Jahr. Dennoch sind die Kapazitäten nicht ausgeschöpft. Doch niemand weiß, wie es im Frühjahr aussieht.

Monika Kabs hat im Lauf ihrer bisher 15-jährigen Amtszeit als Bürgermeisterin und Sozialdezernentin der Stadt Speyer schon so ziemlich alles erlebt, gerade beim Thema Migration. Die CDU-Politikerin will daher keine Prognose darüber abgeben, wie sich die Flüchtlingssituation in den kommenden Wochen und Monaten gestaltet. Dafür gebe es zu viele Unwägbarkeiten im Weltgeschehen, sagt sie. Allerdings sei sehr wahrscheinlich, dass in der kalten Jahreszeit der Zustrom Schutzsuchender nach Deutschland und damit auch in die Domstadt nachlasse. „Im Frühjahr machen sich üblicherweise wieder mehr Menschen auf den Weg“, sagt Kabs. Und dann könnte es in den städtischen Unterkünften für Geflüchtete wieder enger zugehen.

Derzeit präsentiert sich die Lage laut Kabs vergleichsweise entspannt. Demnach waren zum Stichtag 30. September insgesamt 620 Menschen in städtischen und privaten Unterkünften untergebracht, davon 199 im laufenden Asylverfahren. Ende September vergangenen Jahres waren es 537 Schutzsuchende gewesen. Die Mehrheit stamme aus der Ukraine, aus Syrien, Afghanistan, Somalia und Pakistan, berichtet Kabs. Der Löwenanteil wohnt in den Sammelunterkünften im Birkenweg in Speyer-Nord (224), in einem Gebäude der katholischen Kirche in der Engelsgasse (93) sowie im ehemaligen Stiftungskrankenhaus in der Spitalgasse (64). Dazu kommt unter anderem das frühere Pfarrheim der Kirche St. Joseph, das 15 Menschen beherbergt. Die übrigen sind Kabs zufolge in angemieteten Wohnungen und Häusern übers ganze Stadtgebiet verteilt.

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Noch gibt es freie Plätze

„Wir haben da einiges erreicht“, so Kabs über die Immobiliensuche. Größere Projekte stünden derzeit nicht auf dem Plan, auch seien aktuell noch 53 freie Plätze vorhanden, gibt sich die Sozialdezernentin vorerst entspannt. Dass sich die Sachlage rasch ändern kann, ist ihr bewusst. „Momentan werden Speyer im Monat etwa acht Menschen zugewiesen.“ Sollte diese Entwicklung anhalten, „muss im Frühjahr über neue Unterbringungsmöglichkeiten nachgedacht werden“, betont Kabs.

Eine Möglichkeit, Abhilfe zu schaffen, wenn auch nicht von heute auf morgen, wäre der Bau von Mehrfamilienhäusern. Ein Grundstück dafür hat die Stadt schon länger im Blick: eine Fläche an der Ecke von Butenschön- und Holzstraße gegenüber dem Judomaxx. Wirklich konkret seien die Pläne noch nicht, gesteht Kabs. Charme hätten sie dennoch. Dauerhaften Wohnraum zu schaffen, sei eine Investition in die Zukunft und als solche in Speyer nie verkehrt.

Für die Umsetzung müsste im Falle eines Falles laut Kabs die Gewo als städtische Wohnungsbaugesellschaft mit ins Boot. Deren Geschäftsführer Oliver Hanneder sieht die Pläne „noch in den Kinderschuhen“. Für sein Unternehmen wären sie derzeit ohnehin kaum zu stemmen, habe die Gewo doch zuletzt hohe Investitionen etwa in das Neubauprojekt St. Otto getätigt und sei stark in der energetischen Sanierung des Bestands gebunden: „Wir würden dieses Projekt daher von uns aus nicht anschieben wollen.“

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