Speyer Der Staffelstab wird übergeben
Der Künstler Theo Ofer aus Harthausen wird in diesem Jahr 90. Obwohl er noch fit ist, wird er zum ersten Mal nicht den Dudenhofener Kunstsommer organisieren, den er vor mehr als zehn Jahren ins Leben rief. „Man muss rechtzeitig dafür sorgen, dass es auch ohne einen weitergeht“, sagt Ofer. Den Stafelstab übergibt er an den 53-jährigen Künstler Martin Eckrich aus Schifferstadt. Der hat jetzt erstmals die Veranstaltung geplant, die vom 14. bis 20. August in der Festhalle Dudenhofen steigt.
An der Wand in der Festhalle ist noch jede Menge Platz. Sechs Kunstwerke hängen dort bis jetzt, die bei den vergangenen Kultursommern entstanden sind. „Alle Maler, die an den Veranstaltungen teilgenommen haben, haben neben ihren eigenen Werken immer ein gemeinsames Kunstwerk geschaffen“, sagt Ofer. Dudenhofens Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) ergänzt grinsend: „Martin Eckrich ist jetzt dafür verantwortlich, dass der Rest der Halle voll wird. Er hat ja noch ein paar Jahre, bis er 90 wird.“ Auch wenn die Aufforderung als Spaß gemeint ist, übernimmt Eckrich doch eine große Verantwortung. Der alle zwei Jahre stattfindende Kultursommer ist in den vergangenen Jahren zur Institution geworden, viele Bürger freuen sich darauf, wieder Künstler bei der Arbeit beobachten zu dürfen, die nicht nur aus der Region kommen. So wird in diesem Jahr der Bildhauer Walter Kuenz aus der italienischen Partnergemeinde Martell nach Dudenhofen kommen, die Malerinnen Michéle Picard und Marie-Catherine Perthuis reisen aus dem französischen Mainvilliers an. Zusätzlich wird noch ein Künstler aus dem polnischen Tarczyn teilnehmen. „Kunst ist eine internationale Sprache, die Menschen miteinander verbindet“, sagt Eckrich. „Wenn sie die Farbe in der Hand halten, sind alle Menschen gleich.“ Natürlich dürfen auch Künstler aus der Region nicht fehlen: Aus Speyer kommen Fred Feuerstein und Klaus Fresenius, aus Schifferstadt kommt außer Martin Eckrich noch Horst Steier. Erich Bettag aus Dudenhofen wird mit Holz arbeiten. Jeder Künstler wird während des Kunstsommers einen eigenen Arbeitsplatz in der Halle bekommen, am Montag, 15. August, können ihnen Besucher von 15 bis 17 Uhr das erste Mal über die Schulter schauen. Der Eintritt ist frei. Von Dienstag bis Freitag ist die Halle dann immer von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Auch am Samstag, 20. August, können die Künstler von 10 bis 12 Uhr noch mal beobachtet werden, bevor bei der Finissage ab 19 Uhr die fertigen Werke bestaunt werden können. Schon während der Woche werden die Künstler auch andere Werke ausstellen und zum Kauf anbieten. Was den neuen Organisator Eckrich an der Veranstaltung reizt? „Ich bin das sechste Kind aus einer großen Künstlerfamilie und habe mich immer mit meinen Geschwistern gemessen. Für mich ist das eine Urerfahrung, zusammen mit vielen Leuten künstlerisch zu arbeiten“, sagt er. Während des Kultursommers will er mit den anderen Künstlern wie mit einer Großfamilie zusammenarbeiten. Eckrich wird vor allem mit Ton arbeiten, er will aber auch mit einem eigenem Vortrag zum Gelingen der Woche beitragen: Am Dienstag, 16. August, ab 19.30 Uhr spricht er zum Thema „Kunstinhalte“ und macht dazu auch Musik. Musikalisch geht es dann am Mittwochabend, 17. August, weiter, wenn Franz-Georg und Rita Rössler für 19.30 Uhr zu dem Musikabend „Bayern und Pfalz – Gott erhalt’s“ laden. In einem Rückblick aus Bildern und Musik wird auf das 200-jährige Bestehen der Institution Bezirkstag Pfalz zurückgeblickt. Am Donnerstagnachmittag (18. August) lädt der Seniorenbeirat zu Kaffee und Kuchen ein, am Freitagabend, 19. August, kommen dann wieder Musikfans auf ihre Kosten: Die Gesangssolisten aus dem polnischen Partnerstädtchen Tarczyn laden für 19.30 Uhr zum Konzert. Ortsbürgermeister Eberhard, der gerade mit einer 36-köpfigen Reisegruppe in Tarczyn war und die Solisten dabei schon hat auftreten sehen, sagt: „Die singen so schön, dass manchen von uns die Tränen gekommen sind.“ Zum Abschluss tritt am Samstag, 20. August, ab 19 Uhr während der Ausstellung der Kunstwerke die Big Band Dudenhofen auf. Eberhard sagt: „Uns ist bei aller Internationalität wichtig, dass auch die Einheimischen vertreten sind.“ Gemeinsam hoffen die Organisatoren, dass die Künstler auch in diesem Jahr wieder ein schönes Gesamtkunstwerk schaffen. Die Wände in der Festhalle müssen schließlich voll werden.