Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Der Pianist Markus Ecseghy tritt beim Musikfest der Staatsphilharmonie in Speyer auf

 Markus Gabriel Ecseghy
Markus Gabriel Ecseghy

Beim Musikfest der Staatsphilharmonie in Speyer ist der Pianist Markus Ecseghy wieder aktiv. Am 4. und 5. Juli ist er auch darstellerisch in der Rolle des Komponisten bei „Mein neuer Nachbar, Beethoven“ beteiligt, dazu spielt er der musikalischen Lesung „Unsterbliche Geliebte“ am 5. Juli um 11 Uhr.

Mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz ist der Pianist Markus Ecseghy sowohl musikalisch als familiär verbunden, war sein Vater doch viele Jahre Stimmführer der zweiten Geigen. Zugleich spielt der Pianist, der sehr gerne kammermusikalisch engagiert ist, auch mit Mitgliedern des Orchesters in kleiner Besetzung zusammen. Und häufig wird der Pianist nach seinen Worten vom Orchester verpflichtet, wenn die Partituren einen Flügel als Orchesterinstrument vorschreiben würden. „Bei den CD-Einspielungen zu der Reihe ,Modern Times’ war dies besonders häufig der Fall“. Die Komponisten gerade in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hätten in viele ihrer Partituren kurze Passagen für Klavier eingearbeitet. Aber Ecseghy ist der Musik familiär nicht nur über seinen Vater eng verbunden, der heute als Geigenbauer und mit einer Musikalienhandlung aktiv ist, sein Bruder Janos ist ebenfalls Musiker und Geiger wie der Vater geworden. Janos Ecseghy ist schon seit vielen Jahren Konzertmeister der Badischen Staatskapelle in Karlsruhe.

Es geht um die Neunte

Beim Musikfest der Staatsphilharmonie in Speyer ist Markus Ecseghy ebenfalls wieder aktiv, mit einem Beethoven-Projekt für Kinder und Jugendliche, das es 2015 schon einmal gab. Am 4. und 5. Juli ist der Pianist auch darstellerisch in der Rolle des Komponisten bei „Mein neuer Nachbar, Beethoven“ beteiligt, dazu bei der musikalischen Lesung „Unsterbliche Geliebte“ (Matinee am 5. Juli um 11 Uhr).

Das auf einem Hörspieltext basierende „Mein neuer Nachbar, Beethoven“ dreht sich hauptsächlich um die neunte Sinfonie des zu dieser Zeit von seiner Taubheit schon sehr gezeichneten Komponisten. Wobei, wie Ecseghy erläutert, nur kurze musikalische Ausschnitte erklingen würden, hauptsächlich aus dem Spätwerk wie der Neunten oder einer scheinbaren Improvisation, die sich auf die Klaviersonaten op. 110 bezieht.

Musik aus Kuba entdeckt

Ecseghy, der auch als Pädagoge aktiv ist, hat auch immer die umfangreiche Sololiteratur für Klavier gepflegt, auch wenn dies in den vergangenen Jahren etwas in den Hintergrund geraten sei. Der Pianist sucht auch gerne nach weniger Bekanntem, dessen Qualität er gerne dem Publikum präsentiert. Wobei er die Klavierstücke von Ernesto Lecuona (1895 bis 1963) für sich entdeckt hat. Der gebürtige Kubaner, der auch als kubanischer Gershwin bezeichnet wird, schrieb eine Reihe populärer Lieder und Filmmusiken. Ecseghy findet besonders seine Klavierminiaturen reizvoll, die teilweise, wie bei der „Suite espanola“, vom Komponisten zu Zyklen zusammengestellt wurden. „Gelegentlich hört man Stücke von Lecuona als Zugaben“, sagt der Pianist, die kompletten Zyklen würden aber öffentlich fast nie gespielt. Eine Aufgabe, die ihn durchaus reizen würde.

In der jüngeren Vergangenheit hat der Musiker sich aber vor allem der Kammermusik verschrieben. „Ich habe von der Klassik bis zur Musik der Gegenwart nahezu das ganze Spektrum abgedeckt“. Wobei sein absoluter Favorit bei der Kammermusik Johannes Brahms sei. Ecseghy schätzt Brahms besonders deshalb, weil hier das kammermusikalische Miteinander und das Ineinandergreifen der Instrumentalisten zu einem Höhepunkt gebracht worden sei. Und der Pianist hat eine Vision: „Ich möchte einmal alle Kammermusik, die Brahms mit Klavier geschrieben hat, zyklisch aufführen“. Gerne mit Mitgliedern der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, mit denen er seit Jahren regelmäßig musiziert.

Viel Kammermusik

Wobei Ecseghy als ausgewiesener Kammermusiker den Corona-Beschränkungen, die größere Orchesterbesetzungen augenblicklich nicht erlauben, auch etwas Positives abzuringen versucht: „Augenblicklich wird bei allen Orchestern, nicht nur der Staatsphilharmonie soviel Kammermusik gemacht wie sonst nie“. Aus der Not eine Tugend machend, fände er es gut, auch in Zukunft, wenn das große Standardrepertoire von Beethoven, Bruckner, Mahler und der Moderne wieder gespielt werden könne, dass parallel dazu weiterhin verstärkt Kammermusik auch von Orchestermusikern aufgeführt werden würde. Denn nach seiner Überzeugung zwänge Kammermusik alle Musiker zu größerer Genauigkeit und Sorgfalt, aber auch dazu, auf die Mitspieler genau zu hören und musikalisch einzugehen. Dies seien Tugenden, die sich dann auch positiv auf die Qualität des Spiels eines Sinfonieorchesters niederschlagen könnten.

Markus Ecseghy (rechts) in der Rolle als Beethoven.
Markus Ecseghy (rechts) in der Rolle als Beethoven.
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