Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Der Festspielsommer 2021

„Auferstehn, ja auferstehn wirst du“: Mahlers Zweite im Dom mit der Staatsphilharmonie und dem Domchor unter Michael Francis. Vo
»Auferstehn, ja auferstehn wirst du«: Mahlers Zweite im Dom mit der Staatsphilharmonie und dem Domchor unter Michael Francis. Vorne die Sopransolistin Margarita Vilsone.

In den ersten Monaten des Jahres waren auch Speyer und das Umland stille Orte. Vor allem in der Zeit zwischen Sommer- und Herbstferien gab es aber eine Veranstaltungsreihe nach der anderen oder einige Feste der Kultur auch gleichzeitig.

Im ersten Corona-Jahr 2020 folgte zunächst eine Absage auf die andere, auch Speyer war massiv betroffen, etwa beim Festival „Kontrapunkte“. Immerhin konnten zwei wichtige Musikfeste, das der Staatsphilharmonie und die Internationalen Musiktage Dom zu Speyer mit einem veränderten Programm doch stattfinden.

2021 ist im ersten Halbjahr auch so gut wie nichts möglich, wobei die Kirchenmusik vor Ort in Gestalt gottesdienstlicher Feiern mit Musik für die einzigen Live-Musiken sorgt. Und dieses geschieht mit sehr prominenten Solisten (Halte.Punkte im Dom), aparten Programmen (Nationalhymnen am Tag des EM-Finales in der Gedächtniskirche) oder in der Hilfe für „Musiker aus der Nachbarschaft“ (in St. Gangolf in Dudenhofen).

Qual der Wahl

Als dann ab Sommer das Kulturleben wieder aufblüht, werden in Speyer die traditionellen Veranstaltungsreihen aufgelegt und einige, die verschoben waren, nachgeholt. Das sorgt dann für einen Festival-Sommer und - herbst von seltener Dichte. Dieser bietet viele spannende Programme und großartige Kunsterlebnisse, macht es dem Publikum aber auch nicht immer leicht, sich in der Fülle des Angebots zu entscheiden.

Ein erstes Glanzlicht ist das Musikfest der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Bei diesem gibt es zwar auch nicht komplett das vor einem Jahr geplante Programm, wohl aber wieder „richtige“ Orchesterkonzerte mit phänomenalen Aufführungen von Sinfonien Mendelsohns und Beethovens. Dazu kommt ein reizvolles Angebot kleinerer Formate, eingeschlossen als Gemeinschaftsproduktion die erste Premiere des Kinder- und Jugendtheaters vor Publikum seit langem mit dem „Mondmann“.

Die Festival-Staffel

Das ist ein vorsichtiger erster Schritt in Richtung Normalität. In den Ferien gibt es vom 30. Juli bis 1. August dann die zweite Auflage von „Kultur goes Paradise“ einschließlich des verlegten „Jazz im Rathaushof“. 2022 soll es dieses Corona-Format im Rahmen des städtischen Speyer.Kultur.Support-Hilfsprogramms im Paradiesgarten nicht mehr geben.

Kurz vor Weihnachten hat die Stadt dann noch ihr 2020 schon geplantes Xmas-Special nachholen können.

Doch zurück in die Hochphase der Kulturfeste nach den Sommerferien.

Da übergeben sich die Festivals gleichsam den Staffelstab. Am 31. August beginnt der erste Speyerer Musikherbst des engagierten Vereins PalatinaKlassik, den es in Zukunft weiter geben soll. Am 12. September geht dieser zu Ende und es startet der Gitarrensommer, der sich mit den am 18. September beginnenden Internationalen Musiktagen Dom zu Speyer überschneidet. Und ab dem 24. September laufen diese und das bunte Festival Kulturbeutel im Alten Stadtsaal parallel. Am 2. Oktober enden die Musiktage, am 10. Oktober der Kulturbeutel. Dann sind Herbstferien und die ersten vollständigen SchUM-Kultur Tage beginnen (siehe oben).

Ein sensationelles Konzert

Viel Kultur, viel tolle Veranstaltungen. Doch ein Abend muss herausgehoben werden. Dass Mahlers „Auferstehungs“-Sinfonie mit Staatsphilharmonie und Domchor in diesem Jahr überhaupt möglich wird, ist schon eine schier unglaubliche Sache. Doch wie unter Michael Francis diese Ausnahmemusik im Dom erklingt, das ist eine Sensation und für alle, die dabei waren, unvergesslich.

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