Speyer Der Fasnachts-Filmer
Fasnacht ist für Georg Hirt nicht nur zwischen 11. November und Aschermittwoch. Seit 25 Jahren betrachtet der „Filmemacher“ der Speyerer Karnevalgesellschaft (SKG) das alljährliche närrische Treiben durch das Auge der Kamera. Sein Archiv füllt mittlerweile Schubladen, Schränke und Kommoden in seinem Haus in Dudenhofen.
Hirt ist zehn Jahre jünger als die SKG. „Wie die Jungfrau zum Kind“ sei er zum SKG-Kameramann geworden, berichtet Hirt beim 80. SKG-Geburtstagsfest im „Narrenstübchen“ am Montag von der Film-Premiere 1992. Im gleichen Jahr ist er in den ältesten Speyerer Karnevalverein eingetreten. „Meine Tochter Uta wurde SKG-Prinzessin“, erklärt er. Den Eintritt habe er nie bereut, betont Hirt. Ohne Ahnung vom Metier habe er sich intensiv mit Technik und Möglichkeiten auseinandergesetzt. „Filmen kann jeder“, ist Hirt überzeugt. Schon die ersten Aufnahmen seien gut gelungen und noch besser bei den SKG-Aktiven angekommen, erzählt Hirt. „Seitdem bin ich der SKG-Filmemacher.“ Jede SKG-Damen-, Herren- und Prunksitzung, jede Prinzessin nach Uta I., alle Empfänge, Ordensfeste und Fasnachts-Eröffnungen hat Hirt mit seiner Kamera festgehalten. „Inzwischen bin ich bei der vierten angekommen“, sagt er. „Heute filme ich hoch auflösend in HD.“ Winter für Winter seien die Abende und manchmal auch die Nächte mit Archivierung neuer und Digitalisierung alter Aufnahmen ausgefüllt, berichtet der 70-Jährige. „Seit 2005 bearbeite ich die Filme am PC. Am Anfang war das ein Graus.“ Nicht kompatible Programme und zu langsame Rechner hätten umfangreiche Neuanschaffungen nach sich gezogen. Kopien sämtlicher Filme, sortiert und beschriftet, seien im SKG-Archiv gut aufgehoben, betont er. „Aber die Originale bleiben bei mir.“ Hirt blickt beim Filmen auch über seine Kamera hinweg. „Ich verschaffe mir den Gesamtüberblick“, erklärt er. Gute und weniger gute aktive Fasnachter hat er kommen und gehen gesehen. „Den Unterschied kenne ich inzwischen gut“, sagt er, will aber keine Namen nennen. „Eigentlich waren alle irgendwie gut“, meint er. Auch auf die „Rheinfunken“ hat Hirt seine Kamera schon gehalten. Trotz der Abspaltung des Fasnachtsvereins von der SKG im Jahr 2000 seien Freunde Freunde geblieben, berichtet der Dudenhofener. „Und Freunden tut man gerne einen Gefallen.“ Das will er auch in diesem Jahr wieder tun. Der SKG will Hirt immer treu bleiben, auch wenn er nicht mehr für seinen Verein filmt. „Genug Arbeit gibt es immer“, sagt er. „Leerlauf kenne ich nicht“, betont Hirt. Bis vor ein paar Jahren sei er seinem SKG-Hobby nur nach Feierabend von der Arbeit bei den Pfalz-Flugzeugwerken nachgegangen. Mit zunehmendem Alter werde stundenlanges Sitzen und konzentriertes Arbeiten am Schneidetisch mühsamer, sagt Hirt. Er wird früher oder später sein Amt abgeben. Aufs ganze Jahr könne er die Film-Nachbearbeitungen nicht verteilen, sagt der Produzent. Im Frühling, Sommer und Herbst sei er mit der kleinen Gärtnerei beschäftigt, die er mit Ehefrau Elisabeth in Dudenhofen betreibt. Die nächsten Winter hat Hirt schon verplant. „Es werden noch Jahre vergehen, bis mein gesamtes Archiv auf DVD übertragen ist“, ist der SKG-Filmemacher sicher.