Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Das lästige Rutschen könnte bald vorbei sein

Julian Scharfenberger, Marco Golombek und Mehmet Kus haben viele Stunden in den neuen Schienbeinschoner gesteckt. Sie wollen ihr
Julian Scharfenberger, Marco Golombek und Mehmet Kus haben viele Stunden in den neuen Schienbeinschoner gesteckt. Sie wollen ihre Idee auch in den USA verkaufen.

Schienbeinschoner können ein Segen sein, aber auch ein Fluch. Für Fußballer sind jene Schienbeinschoner ein spezielles Thema. Nun aber könnten das lästige Rutschen und andere Widrigkeiten vorüber sein. Drei Fußballer des FV Dudenhofen haben eine Lösung für manche Probleme gefunden.

„Müssen die Schienbeinschoner überhaupt getragen werden?“ „Wie fixiere ich Schienbeinschoner?“ Die Bandbreite der Fragen von Fußballern ist groß. Und die Amateurkicker bekommen dazu auch nahezu täglich Bilder geliefert. Thomas Müller vom FC Bayern München hat beispielsweise die Schienbeinschoner samt Stutzen mehr oder minder mittig auf der Schutzzone liegen. Andere ziehen die Stutzen bis zu den Knien hoch und tapen diese bis zur Unkenntlichkeit. Solche individuellen Methoden gelten nicht nur für Profis, sondern auch für Amateure. Und sie kennen die Krux: Der Schienbeinschoner rutscht in den Stutzen hin und her.

Diesem Problem hat sich Oberligafußballer Julian Scharfenberger vom FV Dudenhofen gewidmet. Er hat mit Marco Golombek und Mehmet Kus aus der Zweiten Mannschaft vor rund eineinhalb Jahren ein Projekt begonnen. „Ich habe bei meinem früheren Arbeitgeber, einer Schaumstofffirma, Stoffreste für meine Schienbeinschoner ausgeschnitten und in die Stutzen eingelegt um alles besser zu fixieren“, erklärt Scharfenberger. Ihn habe es häufig gestört, wenn er auf den Torwart zu rannte und währenddessen der Schienbeinschoner verrutschte. „Mit den Einlagen ist das nicht mehr vorgekommen“, beteuert Scharfenberger. „Warum sollen wir einen Stutzen nicht selbst machen“, erklärt der FVD-Akteur.

Vor einem halben Jahr wurde von den drei Dudenhofenern die Firma Fo4urce GmbH gegründet. Nun wollen sie mit dem neuen Schienbeinschoner auf den Markt. Und sie wollen dabei nicht nur regional begrenzt bleiben. Denn die Schienbeinschoner-Problematik, der nicht gut sitzende Schienbeinschoner, ist weltweit.

40 Euro soll ein Set kosten

Die drei Pfälzer haben nun einen Lösung gefunden. „Wir haben spezielle Haken auf die Vorderseite gesetzt, die sich von innen in dem Stutzen haften und somit verhindern, dass die Schienbeinschoner rutschen. Hinzu kommt, dass es ein hochflexibles Material ist und durch unsere Kantenform passt sich das Produkt an jedes Schienbein an“, erklärt Scharfenberger die Besonderheiten des Produktes. Das Material sei ein Kunststoff-Mix. „Obwohl das Material so flexibel ist, gibt es trotzdem guten Schutz. Die üblichen Hartplastik-Schienbeinschoner sind steif. Wir bekommen ganz oft die Rückmeldung, dass man gar nichts an hätte an den Schienbeinen“, freut sich Scharfenberger. Laut Scharfenberger soll das neue Set maximal 40 Euro kosten. Zudem sei das Produkt recycelbar. „Wenn Jemandem nach ein oder zwei Jahren die Farbe des Schienbeinschoners nicht mehr gefällt, kann er diesen an die Firma zurückschicken. Der Schienbeinschoner wird dann eingeschmolzen und direkt in einer anderen Farbe reproduziert“, sagt der Spielmacher des Oberligisten FV Dudenhofen.

Die Idee hat sich das Trio bislang nicht patentieren lassen. Aber sie schützen es auf andere Weise. „Das mit dem Patent hätte viel zu lange gedauert. Aber wir haben ein Gebrauchsmuster. Das heißt, große Firmen dürfen unsere Idee nicht einfach kopieren“, erklärt Scharfenberger. Man wolle jedoch das Produkt international schützen. Denn: Künftig sei geplant, den Schienbeinschoner in Europa und in den USA zu verkaufen. Auch deshalb bewirbt das Trio das Produkt verstärkt. „Wir wollen über YouTube, Facebook und Instagram Werbung machen, eigentlich über alle Social Media-Kanäle. Ende Mai hatten wir einen Videodrehtag. Da wurde ein professionelles Produktvideo erstellt. Wir wollen unsere Schienbeinschoner auch über alle großen Verkaufskanäle anbieten“, schildert Scharfenberger. Die Zielgruppe sei schon ausgeguckt. „Unser Hauptaugenmerk gilt dem Amateursport. Da wollen wir an möglichst viele Vereine herantreten. Im Profisport haben ganz viele Spieler ihre Ausrüsterverträge“, sagt Scharfenberger, der in der Jugend der TSG Hoffenheim spielte. Bei den Junioren des Karlsruher SC habe er bereits das Produkt testen lassen. „Da kamen sehr viele positive Rückmeldungen“, sagt Scharfenberger. Jedenfalls noch vor dem Start der neuen Saison soll der Schoner verkauft werden. „Wir haben 1000 Schienbeinschoner bestellt. Der Vorteil von unserem Team ist, dass wir alle ein großes Netzwerk im Fußball haben und unser Produkt gut vermarkten können“, sagt der Firmenkopf. Für ihn sei es ein Traum eine solche Firma ins Leben zu rufen, auch wenn er damit nach eigenen Worten „sicherlich keine Millionen scheffeln wird.“

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