Speyer
Darf der Weihnachtsmarkt am Dom aufgebaut werden?
Ein Weihnachtsmarkt um den Dom statt in der Maximilianstraße war bereits in früheren Jahren eine Idee gewesen. Die städtische Anfrage dazu hatte das zuständige Domkapitel allerdings abgelehnt: Trubel um die Kathedrale wird gerade in der besinnlichen Adventszeit skeptisch gesehen. Jetzt appellierten Walter Feiniler (SPD) und Aurel Popescu (Linke) an die OB, es mit Verweis auf die für die Schausteller so „finstere Zeit“ nochmals zu versuchen.
Das Domkapitel würde nicht direkt nein sagen, ließ Domdekan und Domkustos Christoph Kohl am Freitag auf RHEINPFALZ-Anfrage mitteilen: Noch liege keine Anfrage der Stadt vor, aber wenn diese käme, würde das Domkapitel darüber beraten „und sich im Lichte der aktuellen Situation eine Meinung bilden“, wie Bistumssprecher Markus Herr sagte.
„Kreative Gedanken“
„Wir machen uns sehr kreative Gedanken in der Verwaltung, um den Weihnachtsmarkt in irgendeiner Form stattfinden lassen zu können“, hatte OB Seiler im Rat betont. Klar sei, dass die bewährte Form vor der Alten Münze wegen des Infektionsgeschehens 2020 nicht möglich sei. Berücksichtigt werden müssten auch Vorgaben von Bund und Land.
Eine Behandlung des Themas im Stadtrat hatte die FDP-Fraktion beantragt. Sprecher Mike Oehlmann sagte, sein ursprüngliches Ziel, die Veranstaltung zu verlängern, um den Schaustellern Einnahmen zu ermöglichen, müsse er angesichts der weiter geltenden Auflagen relativieren. Auch er brachte aber die Domwiese als möglichen Ausrichtungsort ins Gespräch. Hans-Peter Rottmann (CDU) warb für verringerte oder ganz wegfallende Standgebühren, die OB nickte heftig. Letztlich erhielt sie vom Rat ein einstimmiges Votum, die Bemühungen um einen Markt voranzutreiben.