Speyer
Corona lässt Freiwillige zögern
Nina Vogel, Projektleiterin des Freiwilligentages ein der Metropolregion, macht auf Anfrage der RHEINPFALZ die Covid-19-Pandemie für die Unsicherheit verantwortlich. „Für viele Privatpersonen, aber auch Unternehmensteams ist die Zukunft natürlich gerade schwer planbar.“ Deshalb warteten viele noch mit einer Anmeldung noch darauf, wie sich die Situation entwickelt. Gut zwei Wochen vor der Aktion ist allerdings unwahrscheinlich, dass es in Speyer und Umland so viele Angebote wie früher werden.
Nicht gezögert hat die Gemeinde Dudenhofen, die sich der Pflege der ortseigenen Binnendünen im Wald angenommen hat. Laut Sabine Settelmeyer, Sekretärin von Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD), handelt es sich bei diesem Projekt um eine „Herzensangelegenheit“. Der Dudenhofener Naturforscher und Insektenexperte Erich Bettag hat seltene Insekten- und Bienenarten entdeckt, für die die Sanddünen ein idealer Lebensraum sei. Zudem führe der bei Spaziergängern beliebte Sanddünenweg dort vorbei. „So ein Prestige-Gelände gibt es nicht überall“, sagt Settelmeyer.
Geräte mitbringen
Der Weg soll von unerwünschtem Bewuchs befreit werden. Im Freien könnten glücklicherweise die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Die Gemeinde stelle zwar Werkzeuge und Desinfektionsmittel zur Verfügung. Jedoch wäre es wegen der Ansteckungsgefahr praktischer, wenn jeder Helfer eigene Geräte mitbringen könnten, so Settelmeyer. Am Mittwoch waren 15 von 30 Plätzen belegt.
Auch das Gymnasium am Kaiserdom (GaK) ist wieder mit dabei. Neben der Installation von brandschutzkonformen Bilderrahmen für die Kunstwerke in den Fluren der Schule bekommen Klassenräume einen neuen Anstrich und werden gereinigt. Unterstützt wird das GaK dabei von der Stadt Speyer. Stefan Müller, Sprecher des Schulelternbeirates (SEB), berichtet, dass der Freiwilligentag an der Schule immer gut angekommen worden sei. In diesem Jahr stehe der Gesundheitsschutz der Teilnehmer an erster Stelle. Deswegen werde alles in einem kleineren Kreis stattfinden. Etwa 20 Personen hätten sich angemeldet – ausgebucht. Laut Schulleiter Hartmut Loos gab es keine Werbung dafür. Die Teilnahme von Schülern sei nicht geplant.
Die Stadt verzichtet
Vor zwei Jahren beteiligte sich auch die Stadt Speyer am Freiwilligentag – mit allein sechs Projekten. Auf dem Friedhof waren bereits zweimal Ehrenamtliche im Einsatz. Dieses Jahr wurde das Projekt jedoch abgesagt. Hartmut Jossé, Leiter des Standesamtes, begründet den Verzicht 2020 damit, dass es schwierig sei, auf dem Friedhof die Hygieneregeln einzuhalten. „Wenn sich die Situation 2022 wieder beruhigt hat, machen wir gerne wieder mit“, sagt er.
Kirsten Korte, Geschäftsführerin des Vereins „Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar“, betont: Die vielen Engagierten leisteten einen „nicht zu bezahlenden Mehrwert für die Gesellschaft“. Die Erwartungen Peter Limbachers, Pressesprecher der Metropolregion Rhein-Neckar, seien sogar übertroffen: „Das ist der erste Freiwilligentag in einer Pandemie. Dafür sind es relativ viele Anmeldungen und absolut viele Projekte.“ Die Leitung des Projektbüros zeigt sich zuversichtlich, dass sich noch viele Helfer melden.