Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Corona in Speyer: Viel Schatten, etwas Licht

Notwendig zum Nachweis einer Coronavirus-Infektion: Rachenabstrich.
Notwendig zum Nachweis einer Coronavirus-Infektion: Rachenabstrich.

Speyer schleppt sich in den Lockdown. Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen und die Sieben-Tages-Inzidenz erreichen Höchstwerte, Senioren- und Krankenhäuser, Schulen und Kitas arbeiten am Limit. Die Situation am Montag: viel Schatten, aber auch etwas Licht.

Die Fallzahlen

27 bestätige Fälle am Sonntag und 88 am Montag sind in die Statistik des Landesuntersuchungsamts für Speyer eingeflossen. Damit steigt die Anzahl der Einwohner, die seit Ausbruch der Pandemie positiv auf das Virus getestet wurden, auf 1295. Von ihnen gelten laut Land 617 als genesen, sodass es rein rechnerisch – abzüglich der 14 Speyerer, die bisher im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind – derzeit 664 aktive Fälle gibt. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg auf 486,5, den bisher höchsten Wert.

Die Ursachen

Der größte Teil der am Montag gemeldeten Infektionen – 60 von 88 – sind laut Stadt Speyer, die sich auf Informationen des Gesundheitsamts beruft, auf das Awo-Seniorenhaus Burgfeld zurückzuführen, das sie schon vorige Woche gemeldet hatte (wir berichteten). Je zwei Fälle entfallen zudem auf das Haus Edelberg und die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende, der Rest sind laut Stadt „diffuse“ Fälle.

Neben dem Seniorenhaus Burgfeld hat aktuell unter anderem auch das Haus Edelberg mit einem Corona-Ausbruch zu kämpfen. Eine Reihentestung vorige Woche lieferte nach Angaben der Stadt positive Ergebnisse bei 14 von 40 Personen: elf Bewohner und drei Mitarbeiter.

Im Salier-Stift wurde das Virus nach einem Reihentest am Donnerstag bei 17 weiteren Bewohnern nachgewiesen. Insgesamt wurden somit laut Stadt in der Einrichtung bislang 62 Bewohner positiv getestet. Betroffen war auch der Storchenpark, dessen Betreiber aber inzwischen vermeldet: „aktuell kein positiv getesteter Bewohner oder Mitarbeiter“.

In der Kita Wola wurden laut Stadt zwei Erzieher positiv auf Corona getestet. Die restlichen elf getesteten Personen – acht Kinder, drei Erzieher – waren demnach negativ.

Die Krankenhäuser

Seit Montag ist das St.-Vincentius-Krankenhaus wieder für Notfälle bei der Rettungsleitstelle angemeldet, wie Verwaltungsdirektor Bernhard Fischer auf Anfrage mitteilte. Nach 67 Corona-Fällen in der Belegschaft und weiteren Personen in Quarantäne hatte es zeitweise einen Aufnahmestopp für Notfälle verhängt, die über den Rettungsdienst abgewickelt werden. Die Personalsituation entspannt sich zwar laut Fischer leicht, dennoch bleibe die Arbeit auf den drei Corona-Isolierstationen und der Intensivstation „anstrengend und sehr anspruchsvoll“. Im „Vincenz“ werden – Stand Montag, 14 Uhr – 30 Corona-Patienten behandelt. Sieben von ihnen liegen auf der Intensivstation, vier davon müssen beatmet werden.

Auch das Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus gerät laut Sprecherin Susanne Liebold auf der Intensivstation „mitunter an personelle Grenzen“. Sechs Covid-19-Patienten werden aktuell auf der Station behandelt, vier müssen beatmet werden. Bei Bedarf nehme das Haus weitere Intensivbetten in Betrieb. Insgesamt versorge das „Diak“ derzeit 39 Corona-Patienten stationär. Personalausfälle sind auch hier ein Thema.

Die Folgen

Die Stadtverwaltung schließt und vergibt für die Zeit zwischen 16. Dezember und 15. Januar keine neuen Termine mehr. Per Telefon und E-Mail bleibt sie erreichbar. Auch die Stände der Schausteller in der Stadt schließen. Bei den Kitas würde die Stadt gerne vom Regel- in den Notbetrieb gehen, hat dafür jedoch vom Land noch kein Okay erhalten. Bei den Schulen laufen heute am letzten Schultag die Vorbereitungen für den Fernunterricht und das Abitur im Januar. „Die Situation ist für alle nicht gerade erfreulich, ich habe aber den Eindruck, dass die Abiturienten sich gut betreut fühlen“, sagt Erich Clemens, Leiter des Schwerd-Gymnasiums.

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