Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel CDU stellt kritische Fragen zur Gilgenstraße

Einmündung der Mühlturmstraße in die Bahnhofstraße: Wie entwickelt sich hier der Verkehr?
Einmündung der Mühlturmstraße in die Bahnhofstraße: Wie entwickelt sich hier der Verkehr?

Für die Stadtratssitzung am 10. März ist die Entscheidung über die von der Stadt geplante Sperrung eines Teils von Gilgen- und Bahnhofstraße für den Durchgangsverkehr angekündigt. Der Bauausschuss hat sie empfohlen. Die CDU enthielt sich bisher einer klaren Positionierung zu dem Projekt. Jetzt stellt sie kritische Fragen dazu an die Stadt.

Einen Katalog mit 22 Fragen, den die Fraktion schon angekündigt hatte, hat nun nach eigener Mitteilung der CDU-Ortsverein Ost an die Stadtverwaltung geschickt. Die Partei möchte ihre Zustimmung zu dem Projekt davon abhängig machen, dass die zwischen den Einmündungen Kapuzinergasse und Untere Langgasse geplante Sperrung von einem Gesamtkonzept flankiert wird, das die Auswirkungen auf andere Strecken im Blick behält.

„Für ein Vorhaben dieser Tragweite benötigen wir eine ganzheitliche Diskussion der Fakten und aller daraus resultierenden Konsequenzen“, wird Axel Sonntag, stellvertretender Vorsitzender der CDU Speyer-Ost, in der Mitteilung zitiert. Hintergrund der Stadt-Initiative ist die Verkehrsberuhigung am Postplatz. Die Initiatoren erhoffen sich von einer Fußgängerzone, in der wie in der Maximilianstraße nur Lieferverkehr und öffentlicher Nahverkehr zugelassen ist, auch Vorteile für die dortige Geschäftswelt.

CDU-Mann Sonntag gibt sich skeptisch: „Flaniermeilen sind sexy, aber dafür die einzige Pkw-Durchquerung der Stadt dicht zu machen, erhöht in Summe den CO2-Ausstoß nur noch. Wer glaubt, dass das Gros der Anwohner aus der Landauer Straße zum Einkaufen in die Auestraße über die B9 fährt oder per Lastenfahrrad Getränkekisten quer durch die Stadt balanciert, verkennt die Realität.

Wechselbeziehungen mit Oberer Langgasse

Die CDU fordert von der Stadtverwaltung bis zur Sitzung des Verkehrsausschusses am 2. März Antworten auf die eingereichten Fragen. Diese zeigen, dass sie noch „Knackpunkte“ sieht. „Warum besteht eine Entscheidungs-Eile, wenn aufgrund der Brückensanierung der Oberen Langgasse eine mögliche, dauerhafte Sperrung der Gilgen-/Bahnhofsstraße kurz- und mittelfristig ohnehin nicht realisiert werden kann?“, heißt es etwa.

Andere Fragen thematisieren, ob auf die Anlieger Zusatzkosten zukämen, wenn die bisherige Landesstraße in Stadt-Verantwortung wandert, und ob generell ein steigender Unterhaltungsaufwand erwartet wird, weil mit dem ab Ende 2023 verdichteten Liniensystem laut CDU bis zu 42 Busse pro Stunde durch die Gilgenstraße fahren könnten. Hinterfragt wird unter anderem auch, ob die Mühlturmstraße einem vermehrten Verkehrsaufkommen auf Dauer Stand hielte, zumal sie über und neben dem verrohrten Speyerbach verlaufe.

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