Speyer
Brezelfest-Bilanz: Fast alle sind sehr zufrieden
„Wir haben gemerkt, dass das Brezelfest eine rheinland-pfälzische Institution bei den Festen ist“, sagte Emilio Becker. Er ist der neue Betreiber des Kultstandes „Schwarzwaldhaisl“ und möchte die Tradition dort so fortführen, wie sie das Publikum von Familie Dingeldein gewohnt war. „Der Kultcharakter zahlt sich aus“, freute sich Becker über ein täglich volles Haus und einen hohen Getränkekonsum. Selbst der „Tag der Betriebe“ am Montag übertraf in diesem Jahr das, was der Beschicker von seinem Vorgänger schriftlich hinterlassen bekam. „Wir haben die Reservierungen der Vergangenheit 2024 noch getoppt“, merkte Becker an und betonte: „Woanders stirbt dieses Angebot aus, im Schwarzwaldhaisl nicht.“
Ungebrochen war die Nachfrage nach Schokofrüchten bei Bettina Trosts Tropic Bar. „Das Wetter war auf unserer Seite, das Publikum war angenehm, der Umsatz hat gepasst“, bilanzierte sie. Ein paar Höhepunkte, die Fahrgeschäfte betreffend, mehr auf dem Platz wären nach Meinung von Trost zwar förderlich, gleichzeitig weiß sie um die schwierige Logistik, die damit zusammenhängt. Die Reiseroute der Schausteller müsse passen, um vom Auf- bis zum Abbau alles organisiert zu bekommen.
Neuer Festwirt ist zufrieden
350 Kilometer aus München angereist war Florian Kirschbaum mit dem Fahrgeschäft „Avenger“, einem schwingenden „Hammer“, der sich auch über Kopf dreht. Der Besitzer sprach von einem gut besuchten Platz an allen Festtagen. Aber: „Wenige waren am Fahrgeschäft.“ Beim Brezelfest vor einem Jahr habe er deutlich mehr Umsatz gemacht. „Ich habe zwischen einem Drittel und der Hälfte weniger diesmal“, bedauerte er. Und das, obwohl der Ticketpreis um einen Euro gesunken sei.
Anstrengende, aber zufriedenstellende Tage hat dagegen Festwirt Stephan Finke hinter sich. „Ganz genau kann ich es noch nicht sagen, aber ich gehe davon aus, dass die Erwartungen voll erfüllt worden sind“, stellte er fest. Sehr positive Resonanz habe er auf sein Zelt bekommen. Finke ist froh, Teil des Brezelfestes geworden zu sein. „Ich fühle mich gut aufgehoben bei den Leuten vom Verkehrsverein“, betonte er. Im kommenden Jahr ist Finke als Festwirt wieder am Start – sofern er den Zuschlag bekommt.
Am Mittwoch Manöverkritik
Um die 60 Schausteller aus den verschiedensten Bereichen waren während des Brezelfestes insgesamt dabei. „Wir hatten einen attraktiven Platz. Die sehr guten Besuche an allen Festtagen haben uns das gedankt“, stellte der Vorsitzende des Verkehrsvereins Speyer (VVS), Uwe Wöhlert, fest. Den Marktmeistern Jürgen Neubeck und Andreas Limmer sowie dem Geschäftsführer der Verkehrsverein Veranstaltungs GmbH, Claus Rehberger, dankte er für ihren Einsatz: „Sie haben unser Fest fest im Griff.“ Der Wunsch nach weiteren und besonderen Schaustellerbetrieben sei da, ergänzte Wöhlert. „Diese müssen sich aber bei uns bewerben“, rief er zur Eigeninitiative der Beschicker auf.
Die Eröffnung, blickte der Vorsitzende zurück, sei sehr gut, der Freitag sensationell gewesen. Immer mehr Zuspruch erfahre die ökumenische Andacht sonntags im Festzelt. Gleich am Mittwoch, dem ersten Tag nach dem Brezelfest, beginnen laut Wöhlert die Vorarbeiten für das Brezelfest 2025 mit der Manöverkritik. „Absolut sicher ist auch in diesem Jahr sehr viel zu besprechen“, sagte er.