Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Blumenhaus schließt sein Ladengeschäft in Speyer

Einschneidende Änderungen in ihrem Blumenhaus: Anja und Guido Burkard.
Einschneidende Änderungen in ihrem Blumenhaus: Anja und Guido Burkard.

„Viele klassische Blumenläden geraten heute unter wirtschaftlichen Druck“, so Guido Burkard. Damit es bei seinem Traditionsbetrieb nicht so kommt, greift er gravierend ein.

1980 wurde das Blumenhaus Burkard in der Landwehrstraße gegründet. Seit 2008 wird es von Guido Burkard zusammen mit Gattin Anja in zweiter Generation geführt. Es kündigt nun eine strategische Neuausrichtung an: Das Ladengeschäft schließt an Weihnachten für immer, die Leistungspalette soll aber weitgehend erhalten bleiben. Das Unternehmen führt in der Begründung anhaltenden Fachkräftemangel an – früher seien bis zu sechs Floristinnen im Einsatz gewesen, heute nur noch zwei –, aber auch Veränderungen auf Kundenseite.

„Es ist schwieriger geworden“, sagt Anja Burkard. Vor allem in den vergangenen fünf, sechs Jahren sei spürbar, dass Sträuße und Schnittblumen nicht mehr so gefragt seien. Viele Kunden griffen in Discountern, Garten- und Baumärkten zu, mit deren Preisen das Fachgeschäft nicht mithalten könne. Das „sehr wichtige“ Geschäft im Zusammenhang mit dem angrenzenden Friedhof sei ebenfalls rückläufig. „1990 hatten wir jede Woche zwölf bis 15 Trauerkränze pro Woche, heute sind wir froh, wenn es noch einer im Monat ist“, sagt sie.

Vorbestellung gefragt

Die Burkhards betonen dabei zwei Dinge: Sie strukturieren um, weil sie es können, und nicht etwa, weil sie es wirtschaftlich müssten. Das Geschäft werde auf diese Weise zukunftsfähig gemacht. Außerdem blieben die Angebote erhalten – nur bei Sträußen und Schnittblumen mit dem Unterschied, dass ab kommendem Jahr vorbestellt werden müsse. Unverändert blieben Gartenbau, Friedhofsgärtnerei, Grabpflege sowie die Ausstattung von Beerdigungen, Hochzeiten, Taufen, anderen Veranstaltungen und großen Bühnendekorationen.

Das Ladengeschäft war bislang an allen sechs Werktagen geöffnet. Es wird laut Anja Burkard zu einer Wohnung umgebaut, das Büro bleibe jedoch regelmäßig besetzt (montags, donnerstags und samstags, 8 bis 13 Uhr, freitags von 8 bis 17 Uhr). Dann könnten vorrätige Freilandpflanzen erworben, Bestellungen abgewickelt sowie Beratungsleistungen in Anspruch genommen werden. Frischblumen und Gestecke könnten täglich von 8 bis 17 Uhr (mittwochs bis 14 Uhr, samstags bis 13 Uhr) telefonisch bestellt werden und nach Vereinbarung abgeholt werden. Der Firmenhof werde dafür umgebaut. Im Hof läuft seit dem vorigen Wochenende auch der Weihnachtsbaumverkauf, der bei den Burkards seit Jahren einen großen Stellenwert hat.

Zehn Mitarbeiter

„Wir können uns dank unseres umfassenden Angebots stabil behaupten“, ist Guido Burkard überzeugt. Dazu trage das Team von zehn Mitarbeitern bei, das erhalten bleibe. Der Inhaber ist heute 60 Jahre alt, seine Gattin 51 Jahre. Sie könnten sich vorstellen, in einigen Jahren altersbedingt auf Nachfolgesuche für ihren Betrieb zu gehen, denn die beiden Kinder hätten andere berufliche Wege eingeschlagen. Dass sie sich jetzt den veränderten Rahmenbedingungen anpassen, soll sie davor bewahren, in Probleme zu geraten.

Die Burkards gehen einen Weg, der auch in weiteren Speyerer Gärtnereien schon zu beobachten war. An einem anderen Zugang des Friedhofs hat vor einigen Jahren zum Beispiel die Firma Bauer ihr Ladengeschäft aufgegeben. Das Nachfolgeunternehmen arbeitet anders. In der Landwehrstraße hält Blumen Jast noch am stationären Handel fest. Gegenüber, im Blumenhaus Burkard, beginnt am Montag, 1. Dezember, ein Abverkauf von Pflanzen und Dekoartikeln zu ermäßigten Preisen. Letzter Öffnungstag des Ladens ist an Heiligabend. In neuer Struktur geht es nach einem Urlaub am Montag, 19. Januar, weiter.

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