Waldsee
Birgit Weinerth stellt im Rathaus aus
Manche Bilder sind gegenständlich, andere abstrakt, alle in kräftigen Acryl-Farben. Kein Bild gleicht dem anderen, denn Birgit Weinerth probiert gerne neues aus, neue Materialien, neue Techniken, neue Motive. Wenn sie ein Werk anfängt, hat sie meist gar kein Bild vor Augen. „Ich überlege mir, welche Farbe und welche Technik ich gerne verwende und fange mit dem Hintergrund an“, erzählt sie. Alles andere ergibt sich dann und wird vielleicht doch ganz anders als ursprünglich gedacht. So ist das, wenn sie sich kein besonders Thema vorgenommen hat.
Doch Birgit Weinerth kann auch anders: dann zum Beispiel, wenn sie Bilder zu einem Buch malt, wie zum Krimi „Klostertod“ von Uwe Ittensohn. Diese Bilder sind noch bis Ende des Jahres in der Vinothek Par Terre in Landau ausgestellt. Inspirationen für Motive bekommt sie auch auf ihren Reisen durch die ganze Welt. Gerne malt sie Tiere, die allerdings bunt. Grüne Affen, bunte Hirsche, blaue Giraffen.
Sie hat schon als kleines Kind gemalt
Gemalt hat Birgit Weinerth, die in Schifferstadt und Böhl-Iggelheim aufgewachsen ist, schon als kleines Kind am Küchentisch ihres Großvaters. „Mein Opa war Landwirt, aber sehr kreativ. Im Winter hat er viel gemalt“, erzählt sie. Auch ein Onkel und der andere Opa seien künstlerisch begabt gewesen.
In der Grundschule in Böhl-Iggelheim und später im altsprachlichen Gymnasium in Speyer hatte sie Lehrer, die ihre Begabung erkannt und gefördert haben. Eigentlich hätte sie gerne Kunst studiert, aber ihre Eltern wollten das nicht. So hat sie eine Ausbildung zur mathematisch-technischen Assistentin gemacht und dann bei der BASF im IT-Bereich gearbeitet. In den Anfangsjahren ist sie beruflich viel gereist. „Ich hatte immer Aquarellfarben und einen Block dabei“, erzählt sie.
Ab dem Jahr 2010 hat sich Birgit Weinerth dann intensiver der Kunst gewidmet, Kurse und Wochenendseminare besucht. „Ich habe mir Techniken angeguckt und für mich mitgenommen, was mir Spaß macht“, erzählt sie. 2014 hat sie ihre Bilder in einer privaten Vernissage gezeigt. „Die Leute haben gesagt: Geh in die Öffentlichkeit. Und so ist alles ins Rollen gekommen“, blickt sie zurück.
Erst Paris, dann Waldsee, bald New York
Sie lernte weitere Künstler kennen, ihr Netzwerk wurde immer größer und inzwischen ist es so, dass sie mehr Ausstellungsanfragen bekommt, als sie annehmen kann. Sie hat schon in Innsbruck, München und im Caroussel du Louvre in Paris ausgestellt, nächstes Jahr geht es nach Barcelona, 2025 in die Kaiserliche Hofburg nach Innsbruck. Im Dezember dieses Jahres wagt sie eine ganz neue Erfahrung: Da werden Werke von Teil eines digitalen Kunstwerks auf dem Time Square in New York in den Vereinigten Staaten.
Erst Paris, dann Waldsee? Ja, das mache sie ganz bewusst und gerne, sagt Birgit Weinerth. Denn ein Teil ihrer Freunde und Familie reise zwar zu ihren Ausstellungen in anderen Städten, aber gerade für die Älteren sei das nicht möglich. Deswegen stellt sie die Bilder auch gerne in der Nähe ihres Wohnortes Böhl-Iggelheim aus.
Info
Die Vernissage der Ausstellung findet am Sonntag, 29. Oktober, um 11 Uhr im Rathaus Waldsee, Ludwigstraße 99, statt. Die Ausstellung kann während der Dienstzeiten des Rathauses angesehen werden. Neben den Bildern von Birgit Weinerth sind neun Skulpturen zu sehen, die in einem Kurs der Kreisvolkshochschule von Fabian Bruske entstanden sind.