Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Betreute Wohngemeinschaften beim Priesterseminar geplant

Vom Lidl-Kreisel aus gesehen: Kräne des Bauprojekts Priesterseminar.
Vom Lidl-Kreisel aus gesehen: Kräne des Bauprojekts Priesterseminar.

Noch dieses Jahr soll die Baugrube für das Gebäude „C2“ des neuen Bebauungsgebiets am Priesterseminar ausgehoben werden. Was – neben Wohnungen – nach Fertigstellung hineinkommt, weckt öffentliches Interesse. Es seien für Speyer neue Wohnformen, sagt Timo Kittler, beim Caritasverband Leiter der Abteilung Altenhilfe.

Als die Nachricht kürzlich im „Südwind“, der Quartierszeitung für das Projekt „Soziale Stadt Speyer-Süd“ veröffentlicht war, spürte die Caritas schnell, dass sie wohl einen Nerv trifft: „Es war eigentlich zu viel Resonanz“, berichtet Kittler. Die Interessenten müssten noch vertröstet werden. Abgesagt worden sei denen, die auf eine Geldanlage aus waren: „Hier geht es um mieten, nicht um kaufen.“ Ansonsten sei auf zwei Jahre Vorlauf, noch nicht kalkulierte Preise sowie die ebenfalls noch nicht feststehenden Bewerbungsmodalitäten verwiesen worden.

Es geht erstens um eine Fünfer-Wohngemeinschaft für Menschen mit Beeinträchtigungen, zu der zwei Zimmer für Gästewohnen, Kurzzeitpflege oder Übergangspflege sowie ein großer Begegnungsraum kommen sollen. Zweitens ist eine Pflege-Wohngemeinschaft mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung für zwölf Personen angekündigt. Sie sei für Senioren geeignet, die in einer WG mit Profi-Unterstützung leben möchten, sagt Kittler. Darin sei aber keine stationäre Pflege enthalten; bei Bedarf müssten ambulante Pflegeleistungen dazugebucht werden.

Ehrenamt spielt wichtige Rolle

Die beiden Wohnformen belegten zwei Etagen des künftigen Gebäudes, so Kittler. In den zwei Stockwerken darüber vermarkte das Gemeinnützige Siedlungswerk (GSW) des Bistums Wohnungen. Der Bauträger sei bei den WGs Projektpartner der Caritas Betriebsträgergesellschaft Speyer (CBS), so der Abteilungsleiter. Entscheidend für das Projekt sei eine weitere Säule: Nachbarschaftshilfe im Ehrenamt, für die der Stadtteilverein oder das Quartiersmanagement der „Sozialen Stadt“ Partner sein könnten. Im Begegnungsraum seien zum Beispiel kulturelle Veranstaltungen vorgesehen.

Betriebsbeginn könnte Ende 2022, Anfang 2023 sein, so Kittler. Die CBS-Nutzfläche umfasse rund 680 Quadratmeter. Im Caritas-Team läuft die Initiative unter dem Namen „Petronia-Steiner-Projekt“. Das Gebäude entsteht in der Petronia-Steiner-Straße zur B39 hin. Seit 2018 entsteht zwischen der Bundesstraße, der Remlingstraße, dem Priesterseminar und dem Karmel ein neues Wohnviertel mit 74 Eigentums- und 54 Mietwohnungen in GSW-Verantwortung sowie 30 Einheiten der Baugenossenschaft. Laut GSW geht es in der Summe um ein 55-Millionen-Euro-Projekt.

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