Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Besucherzentrum: Weitere Untersuchungen zu Dom und Judenhof nötig

Judenhof: im Gebäude links sind Vermittlungsräume geplant. Der Standort des Besucherzentrums ist noch offen.
Judenhof: im Gebäude links sind Vermittlungsräume geplant. Der Standort des Besucherzentrums ist noch offen.

Im kommenden Jahr erwartet die Stadt ein Ergebnis zum geplanten gemeinsamen Welterbe-Besucherzentrum von Dom und Judenhof. Eine weitere Untersuchung steht an.

Im laufenden Jahr werden noch keine Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorliegen, sagt Tanja Binder, Leiterin des städtischen Fachbereichs für Kultur. Die Untersuchungen des beauftragten Architekturbüros Thiele3 (Freiburg/Darmstadt) hätten inzwischen Fahrt aufgenommen. Schon Ende 2025, wie zunächst gehofft, könnten sie aber nicht fertig werden. Zum einen habe sich die Auftragsvergabe verzögert, zum anderen seien Aufgaben innerhalb der Untersuchung hinzugekommen.

Bei einem Ortstermin im November mit den Beteiligten von Stadt, Dom und Denkmalschutz sei festgestellt worden, dass ein „Masse-Volumen-Modell“ erforderlich ist, um die räumliche Wirkung eines Besucherzentrums abzuschätzen, so Binder. Wie wirkt ein neues zweigeschossiges Gebäude in der Umgebung des Doms, nennt Binder eine wichtige Frage. Bei beiden möglichen Standorten – anstelle der WC-Anlage südlich des Doms sowie im Judenhof – schaue der Denkmalschutz genau hin.

Nach hinten verschoben

„Es hat sich alles ein bisschen verschoben“, sagt die Fachbereichsleiterin über den Zeitplan. Nach der Machbarkeitsstudie sollen die Entscheidung für einen Standort fallen, ein architektonischer Gestaltungswettbewerb stattfinden und für den Siegerentwurf das Genehmigungsverfahren angestrengt werden. In der früheren Schätzung war ein Baubeginn Ende 2028 für möglich erachtet worden, das dürfte jetzt eher 2029 werden. Das gemeinsame Besucherzentrum war ein zentraler Punkt der Speyerer Bewerbung um den Welterbe-Status für das jüdische SchUM-Erbe.

Der Judenhof beschäftigt die Landesdenkmalbehörde derzeit außerdem im Hinblick auf die künftigen SchUM-Vermittlungsräume. Diese sollen unabhängig vom Besucherzentrum in einer ehemaligen Wohnung am Judenhof-Zugang – gegenüber dem Museum SchPIRA – eingerichtet werden. Unter dem Gebäude soll es historische Keller geben, für die im Vorfeld von Baumaßnahmen eine Mauerforschung gefordert wird. Nach langer Suche nach geeigneten Experten sei der Bauforscher Matthias Klefenz damit beauftragt worden, sagte Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU). Schürfungen in seiner Verantwortung liefen bereits. „Wie und wann es weitergehen kann, ist von den Ergebnissen abhängig“, so Binder.

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