Speyer Besonders wichtig im Jahr der Brückensperrung

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Alles andere als begeistert ist Speyers Einzelhandel von der Sperrung der Salierbrücke seit Ende Januar: Die zahlreichen Kunden aus Baden müssen nun für rund zwei Jahre Umwege auf sich nehmen. Die Folgen sind umstritten. Umso mehr Hoffnungen setzen die Geschäfte auf umsatzstarke Tage wie die verkaufsoffenen Sonntage: Der erste von vier Terminen 2019 ist diesen Sonntag, 13 bis 18 Uhr.

Die Konkurrenz ist groß – auch Landau, Neustadt, Mannheim und Mutterstadt wollen am Sonntag Kunden anlocken. Speyer hat die Frühjahrsmesse als besondere Attraktion zu bieten. Dazu kommen Sonderaktionen wie in der Postgalerie mit Kinderschminken und Glücksrad oder der Rampenverkauf der Galeria Karstadt Kaufhof an deren Rückseite in der Hellergasse. Die Leistungsgemeinschaft „Herz Speyers“ kommt ihren Kunden entgegen und lädt sie um 12 und 14 Uhr zu kostenlosen „Brückenführungen“ ein: Mit Stadtführern geht es dann vom Parkplatz am Brückenende auf badischer Seite zu Fuß über die Salierbrücke. Folgen der Brückensperrung Fast drei Monate nach der Brückensperrung können viele Geschäftsinhaber deren Auswirkungen inzwischen besser einschätzen – und geben sich zum Teil entspannt. „Alles im grünen Bereich“, sagt etwa Herz-Speyers-Chefin Andrea Veth, die Inhaberin von Hut-Beisel in der Roßmarktstraße. Sie wolle aber noch einige Monate abwarten, um Wetter, touristische Saison und andere Faktoren einordnen zu können. „Das Geschäft funktioniert trotz der Brückensperrung“, so auf Anfrage Kaufhof-Geschäftsführer Tobias Ragutt, der aber gesteht, dass einige badische Stammkunden fehlten. Er hoffe aber, diese mit einem verbesserten Marktauftritt zurückzugewinnen. „Positiver als gedacht“ sind zuletzt die Zahlen für das Schiesser- und Jacob-Outlet am Geschirrplätzel ausgefallen, wie Inhaber Jochen Stahler mitteilt. „Frequenztechnisch merken wir nichts, auch beim Umsatz sind wir genau auf dem Niveau von 2018.“ Der Februar sei ein wenig schwächer, der März dafür stärker gewesen. Einen Einbruch erwartet er nicht, was auch damit zu tun haben könne, dass ein Outlet weniger Stammkunden habe als andere. Dass sie viele Kunden aus dem Badischen haben, darüber sind sich die Speyerer Händler einig. Um die 30 Prozent schwanken meist die Angaben dazu. „Sie kommen trotzdem“, betont Rainer Grimmer, Inhaber von Fahrrad-Weindel (Auestraße). Auch Michael Bader, Käsehändler in der Gilgenstraße, vermisst keine badischen Stammkunden: „Viele akzeptieren die wenigen Minuten Umweg oder nehmen die Shuttlebusse.“ Von Rückgängen hatte hingegen schon kurz nach der Sperrung Peter Bödeker, Betreiber von Schuh- und Modegeschäften in der Innenstadt und in der Auestraße, berichtet. Diese Einschätzung teilen zwei Gastronomen: Antonio Siciliano, Chefkoch bei „Piccolo Emporio“ in der Korngasse, berichtet von vielen Stammkunden aus dem Badischen, die seine Qualität liebten, und nun einem Minus von bis zu 50 Prozent, das auf Dauer existenzgefährdend werden könne. Es sei „schwierig zur Zeit“, so Saluhal Tekin, Chef von Emirgan-Döner in der Wormser Straße, der eine Abwanderung nach Mannheim sieht. „Der Zuspruch ist unverändert“, sagt dagegen Thor Theile vom Café Schlosser (Maximilianstraße). Verkehrstipps für den Sonntag Die Stadtverwaltung rät am verkaufsoffenen Sonntag zu einer Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Grundsätzlich gebe es aber keine Einschränkungen für den Individualverkehr. Fahrer müssten jedoch bedenken, dass auf dem Festplatz nicht geparkt werden darf und dass bei sehr großem Betrieb Sperrungen am Domplatz möglich seien. Busse und Taxen dürfen von 12 bis 18 Uhr die Hauptstraße nicht befahren.

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