Speyer Beschwingt von der Singstunde
Der Deutsch-Rock-Chor ist erst seit einem Jahr als neue Formation der Liedertafel Dudenhofen am Start. Die Resonanz ist erstaunlich.
Der Kennenlernabend im Sängerheim Dudenhofen gleicht einer gemütlichen Mitbring-Party. Je mehr Chor-Leute eintreffen, desto länger wird das Buffet. Innerhalb kurzer Zeit ist eine harmonische Gruppe mit der gleichen brennenden Leidenschaft für deutschsprachigen Gesang gewachsen. Genau das war es, was Alexandra Schäfer (54) gereizt hat. „Andere Rockchöre singen nur in Englisch. Hier können wir uns dank der deutschen Texte viel schneller auf die Noten konzentrieren“, meint sie. Super findet Schäfer die Idee des Kennenlernabends, denn: „Bisher hatten wir noch nicht die Gelegenheit, uns richtig auszutauschen.“ Schäfer kommt aus Waldsee regelmäßig donnerstags zu den Proben. Ohnehin ist der Deutsch-Rock-Chor mit etlichen Auswärtigen bestückt. Sogar Sänger aus Grünstadt, Heidelberg oder Philippsburg sind vertreten. „Das bestätigt, dass so etwas gefehlt hat“, freut sich Dirigent Rainer Diehl über den Erfolg und ergänzt: „Das Konzept ist voll aufgegangen.“ Inge Spröde zählt 80 Lenze und singt aus Spaß an der Freude mit. Das lange Stehen bei Konzerten geht nicht mehr, aber die Singstunden bereiten ihr Freude. „Besser kann es ein Chorleiter nicht machen“, lobt sie Diehl, wie alle anderen es auch tun. Kürzlich hat Spröde ihre Freundin Luise Ball (79) zum Mitmachen animiert. Dafür lässt die nun ihre Wassergymnastik sausen. „Ich habe den Chor beim Konzert in der Kirche im November gehört und fand ihn ganz toll“, betont Ball. Jürgen Ickas (64) ist Dudenhofener und seit 1995 im Männerchor der Liedertafel aktiv. Die deutschen Texte, die flotte Musik – beides lockte ihn zusätzlich zum Deutsch-Rock-Chor. „Der hat dem Verein viele neue Mitglieder gebracht“, stellt er fest. Das stimmt auch den Vorsitzenden Klaus Klein optimistisch. „Der Deutsch-Rock-Chor ist ein großes Stück Zukunftssicherung“, bestätigt er der RHEINPFALZ. Die Freude, mit der die Sänger zu Werke gehen, wird wöchentlich deutlich. „Am Ende jeder Probestunde gibt’s Applaus“, verrät Klein. Fritz Wächter (69) aus Speyer ist von Anfang an dabei und das mit Feuer und Flamme. „Man blüht richtig auf. Und was in dem Verein geboten wird, ist der Hammer. Der Zusammenhalt ist richtig schön“, schwärmt der aus Gimmeldingen stammende Sänger. Seine Lieblingslieder nennt er wie aus der Pistole geschossen: „Freiheit von Westernhagen und natürlich Hinterm Horizont von Lindenberg.“ Für Gabi Merckel (47) hat der Deutsch-Rock-Chor den Umzug von der Schweizer Grenze nach Römerberg etwas leichter gemacht, wie sie erzählt. Dort hat sie schon in einem Chor gesungen. „Ich bin immer beschwingt, wenn ich von der Singstunde nach Hause komme“, betont Merckel. Neues hat Dirigent Rainer Diehl schon wieder in petto. Ein bisschen Andreas Bourani, ein bisschen Max Mutzke – die deutsche Rock-Musik hat noch etliches zu bieten.