Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Benefiz-Konzert in der Dreifaltigkeitskirche

Der Chor der Dreifaltigkeitskirche „DreiCant“ unter der Leitung von Susanne May-Rohde in einem Konzert 2019.
Der Chor der Dreifaltigkeitskirche »DreiCant« unter der Leitung von Susanne May-Rohde in einem Konzert 2019.

„Da Pacem – Musik für den Frieden“ war der Titel des Benefiz-Konzertes in der Dreifaltigkeitskirche für das Projekt „Sonnenschein“ der AfA-Speyer.

Der Chor der Dreifaltigkeitskirche „DreiCant“, unter der Leitung von Susanne May-Rohde, führte ein facettenreiches Programm von Felix Mendelssohn Bartholdy, Damijan Mocnik und Martin Kahle auf.

Der vierstimmige Chor begann gefühlvoll mit dem vertonten Gebet von Felix MendelssohnBartholdy „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Eindrucksvoll wurde die Bitte an Gott vorgebracht, „die zu unseren Zeiten doch nur auf ihn hoffen lässt“. Eine andere Interpretation desselben Gebets von Martin Luther, „Da pacem“, begleitet von Violoncello, Frieda Münchbach, Sopran-Solo, Anne-Kristin Blöß, und Orgel, Felix Doser, war die Kantate von dem Komponisten Martin Kahle, wodurch die Bitte für den Frieden nochmals verstärkt wurde.

Harmonie im Zusammenspiel

Kahle, der noch nicht so bekannte Komponist, studierte nach dem Abitur Schulmusik, Kirchenmusik, Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Köln und an der Staatlichen Musikhochschule Köln. Seit 1982 ist er hauptamtlicher Kirchenmusiker der Evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim bei Bonn (Rheinland). Er leitet den Meckenheimer Kammerchor, die Merler Kantorei Meckenheim, den Coro Piccolo und den Gospel/Pop-Chor CrossSongs. Neben zahllosen Arrangements für Chöre, entstanden im Laufe der Jahre viele eigene Kompositionen.

Dazu gehörten an diesem Abend die Kantaten „O Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens“ und „Dona nobis pacem“. Jeweils im Wechsel mit den Werken von Mendelssohn „Denn er hat seinen Engeln befohlen“, und „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, zeichneten Chor und Orchester ein eindrucksvolles harmonisches Zusammenspiel und spiegelten die Gefühlsregungen der Texte in ihrer Musik wider.

Der Chor der Dreifaltigkeitskirche „DreiCant“, der seit dreiundzwanzig Jahren besteht, wurde von May-Rhode gegründet und geleitet. Aktuell umfasst der Chor circa zwanzig Sängerinnen und Sänger, wobei es nur drei Tenöre und einen Bass gibt. Da der Bass erkrankt war, übernahm der Kontrabassist Jonathan Oesterle die Besetzung, dazu verließ er kurzzeitig sein Instrument. Seit der Pandemie fehlen rund zehn Chormitglieder. Jedoch die Qualität der Darbietung litt nicht unter der Quantität.

Musizierende Familien

Auch das Orchester stellte sich als Besonderheit dar, denn es war zum ersten Mal in dieser Besetzung an einem Konzert beteiligt. Es wurde von der Chorleiterin zusammengestellt, weil sie überzeugt war, dass es eine tragende Rolle für den Chor spielen würde. Eine Besonderheit ist das Alter der Instrumentalisten und die Familienzusammengehörigkeiten.

Vater Mathis Münchbach, Violine, mit Sohn Carl, Violine (zwölf Jahre), und Tochter Frieda, Violoncello (14 Jahre), Vater Nils Malpricht, Violine mit Sohn Johannes Viola (13 Jahre), Judith Schweitzer, Violine (14 Jahre), und die bereits genannten Oesterle und Doser, die ebenfalls noch Teenager sind. Die vier jungen Streicher bilden ein Streichquartett und spielen bereits im Landesjugendorchester seit Jahren zusammen. Auch die Väter spielen seit 35 Jahren zusammen in verschiedenen Orchestern und haben sehr jung, mit fünf Jahren, angefangen, ihr Instrument zu lernen.

Eine perfekte Zusammensetzung, die ihr Können auch in der „Missa Sancti Francisci Assiensis“, Franz von Assisi, von Damijan Mocnik unter Beweis stellten. Der Komponist ist 1967 in der Slowakei geboren und studierte Komposition an der Musikakademie in Ljubljana. Sein geistliche Chorwerk zeichnet sich vor allem durch fließende musikalische Strukturen aus. Mocniks Kompositionen haben zahlreiche dramatische Wendungen mit zahlreichen, außergewöhnlichen und bisweilen mystischen Klängen.

Gänsehaut erzeugt

Diese setzte Stefan „Hering“ Cerin, der ebenfalls slowenische familiäre Wurzeln sein eigen nennt, gefühlvoll mit seiner Percussion in der fünfteiligen Messe um. Dadurch bekamen die gesungenen Texte eine besondere emotionale Note und erzeugten bei den Zuhörern teilweise Gänsehaut. Mit nichtendenwollendem Applaus endete das brillante Konzert.

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