Hockey
Beim HC Speyer floriert die Jugendarbeit
Dafür erntet der Club im Jugendbereich bemerkenswerte Erfolge. Langfristig sollen auch die ersten Mannschaften davon profitieren. Der Aufwand, den die Speyerer auf diesem Sektor betreiben, erlebt dabei eine Renaissance. Lange reiste der HC regelmäßig zu Vorbereitungsturnieren und Freundschaftsspielen in die Ferne.
Mühsame Aufbauarbeit
Doch um die Jahrtausendwende endete das, berichtet HC-Jugendwart Niklas Schmitt: „Unsere Tradition, möglichst viele Turniere mitzunehmen, ist in den Nuller- und Zehnerjahren leider etwas eingeschlafen.“ Sie wiederzubeleben, sei nicht einfach. Viele Turniere verfügten über lange Traditionen und feste Teilnehmer, die regelmäßig mitspielen.
Wer aus dem Teilnehmerkreis einmal ausscheidet, der kommt ein paar Jahre später nicht so einfach wieder rein. Doch der Verein erneuerte die alten Kontakte und sicherte sich die Startplätze bei den Turnieren Schritt für Schritt wieder. In den 90-er Jahren schickte der HC seine Mannschaften sogar nach Paris.
Schmitt bemüht sich
Die Verbindungen nach Frankreich schliefen mittlerweile vollends ein. Doch auch hier bemüht sich Schmitt, diese Kontakte wieder aufleben zu lassen. Die Vorteile der Turnierteilnahmen sind vielfältig. Schmitt: „Diese Reisen mit dem Team stärken den Teamgeist. Längere Fahrten, wenn die Kinder ohne die Eltern unterwegs sind, sorgen dafür, dass die Gruppe näher zusammenrückt.“
Außerdem profitieren die Mannschaften davon, gegen Teams aus anderen Regionen zu spielen, da sich die Spielweisen von Bundesland zu Bundesland stark unterscheiden können. Wenn Speyer am Saisonende an Endrundenturnieren teilnimmt und gegen Teams antritt, die nicht aus Rheinland-Pfalz kommen, hilft diese Erfahrung.
Großer Aufwand
Wettbewerbe in München oder Köln bedeuten natürlich einen größeren organisatorischen Aufwand. Denn sie füllen ein ganzes Wochenende. Die Anreise findet in der Regel mit der Bahn statt. Auf die Zugfahrt am Freitag folgen der erste Turniertag am Samstag, die Platzierungsspiele am Sonntag und eine späte Heimkehr in die Domstadt am Sonntag.
Der Speyerer Tross für ein solchen Turnier besteht üblicherweise aus ungefähr 15 Kindern oder Jugendlichen. Dazu kommen etwa fünf Betreuer. Während der Verein die Turnierbeiträge übernimmt, tragen die Familien der Aktiven die restlichen Kosten. Der Verein unterstütze wirtschaftliche Härtefälle im Notfall, aktuell, so Schmitt, sei das allerdings nicht nötig.
Willkommene Städtereise
Tatsächlich nutzen manche Eltern die sportlichen Ausflüge ihrer Sprösslinge für Städtereisen an den Schauplatz des Turniers. Die Aktiven selbst sehen von den Austragungsstätten wenig mehr als Sporthallen und Hockeyplätze, während ihre Familien auch die touristischen Aspekte einer solchen Reise genießen.
Eine akribische und erfolgreiche Jugendarbeit wie die des HC verfolgt natürlich auch immer das Ziel, junge Talente an die erste Mannschaft heranzuführen. Der Übergang von der Jugend zu den Aktiven gestaltet sich allerdings schwierig. Die erste Herrenmannschaft spielt derzeit in der Verbandsliga und ist für die besten Jugendlichen nicht sehr attraktiv, schließlich gibt es ganz in der Nähe, in Mannheim, gleich zwei Zweitligisten.
Starker Jahrgang
Ein Aufstieg der Speyrer Aktiven würde da sicher sehr helfen. Schmitt: „Unsere U16 spielt Anfang Februar um die süddeutsche Meisterschaft. Acht der Spieler könnten nächstes Jahr bei den Aktiven spielen, einen so starken Jahrgang gab es seit 20 Jahren nicht mehr. Wir hoffen natürlich, dass einige davon sich für uns entscheiden.“
Und so arbeitet der HC Blau-Weiß Speyer Schritt für Schritt daran, sich wieder in die Sphären hochzuarbeiten, in denen der Verein in den 90ern Jahren schon einmal war. Der Weg über die Jugendarbeit ist lohnenswert, aber auch mühsam, und er erfordert Geduld.