Speyer
Beim Druckwasser muss Speyer jetzt alleine planen
2013 und 2016 waren zwei extreme Jahre: Überschwemmungen vor allem in der Kleingartenanlage Kugelfang sowie rund um den Flugplatz, aber auch beim Berghausener Fußballplatz machten deutlich, dass das Grabensystem in Speyer-Süd nicht immer ausreicht, um dem Druckwasser der Rheinebene Herr zu werden. Allein im Kugelfang war 2016 in fast 60 Gärten die Ernte hinüber, etliche Gartenhäuser wurden schwer beschädigt. Für Abhilfe sollte eine mobile Pumpenanlage als Herz eines zwischen Speyer und Römerberg abgestimmten Konzepts sorgen. Sie sollte das Stauwasser über den Deich in den Rhein befördern. Zusätzlich wäre ein Grabenausbau auf 2,7 Kilometern nötig gewesen; Kosten: mehr als 500.000 Euro.
Es wurde lange geplant, es wurde lange über die Kosten verhandelt, und jetzt hat Römerberg doch einen Alleingang angekündigt. In der Nähe des Berghausener Sportfelds soll eine Pumpenstation entstehen (wir berichteten). Was bedeutet das für Speyer, was für den Kugelfang? „Die Stadt wird sich auch um eine eigene Lösung kümmern“, so Verwaltungssprecherin Lisa Eschenbach auf Anfrage. Eine eigene Infrastruktur wie Römerberg mit ehemaliger Schließe und ehemaligem Pumpwerk habe Speyer allerdings nicht – und derzeit auch wenig Zeit für das Projekt: „Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung in der zuständigen Abteilung kann die Thematik zur Zeit leider nicht prioritär bearbeitet werden.“
Aufwändiger Prozess
Angestrebt werde eine „mittelfristige“ Lösung. Die Planung wird als aufwändig eingeschätzt, weil es auch um wasser- und umweltrechtliche Fragen geht. Schon 2016 hatte es ein Gutachten gegeben, das den bisherigen Vorschlag empfahl.
Für den Kugelfang müsse das alles keine Katastrophe sein, macht die Stadt deutlich. Zum einen seien voriges Jahr bereits die Zwischenwege im Kleingartenareal angehoben und damit eine Barriere geschaffen worden, um die Verteilung von Druckwasser über die gesamte Anlage zu vermeiden. Zum anderen werde es helfen, dass nun Römerberg etwas tut. Eschenbach: „Die Erfahrungen zeigen, dass es immer positive Auswirkungen für den Unterlieger hat, wenn der Oberlieger Maßnahmen ergreift.“ Die Stadt habe den Prozess in Römerberg beobachtet – und wenn sie jetzt vom dortigen Vorpreschen überrascht worden sei, dann sei es eine „positive Überraschung“.