Fragen und Antworten
Bei der Reise von U17 nach Speyer ist zweimal Vorsicht geboten
Wie läuft der Transport ab?
Es ist soweit. Am frühen Samstagmorgen, wohl gegen 6 Uhr, macht sich das U-Boot U17 von Kiel, wo es auf einer Werft lag, auf den Weg nach Speyer. In Kiel wurde U17 auf den Transport vorbereitet, demilitarisiert und von Algen, Muscheln und Seepocken befreit, wie das Technik-Museum mitteilt. Seine Reise führt es zunächst über den Nord-Ostsee-Kanal auf die Nordsee. Ab den Niederlanden geht es auf dem Rhein in Richtung Domstadt. Laut Technik-Museum ist ein Zeitraum von etwa drei Wochen anberaumt. Wenn alles glatt läuft, soll das Boot am 17. Mai den Naturhafen, südlich der Stadt Speyer im Auwald gelegen, erreichen. Am 21. Mai soll es dann mit einem Straßentransport ins Technik-Museum gebracht werden. Dort wird U17 dann auf den Transport nach Sinsheim 2024 vorbereitet, wo das Unterseeboot ausgestellt wird.
Wie kam der Zeitplan zustande?
Der Transport von U17 soll in Tagesetappen erfolgen. Von Kiel geht es von Samstag bis Dienstag ins niederländische Dordrecht im Südosten der Hafenstadt Rotterdam. Dort ankert das künftige Exponat neun Tage lang bis zum 11. Mai. Diese Verzögerung sei dem „Brazzeltag“ als größter Veranstaltung im Museum geschuldet, erklärt Corinna Siegenthaler; Pressesprecherin des Museums. Dieser steige am 13. und 14. Mai. Das Boot käme ohne den zeitlichen Puffer genau zu dieser Zeit in Speyer an. Und so geht es am 11. Mai weiter den Rhein hinauf nach Nijmegen. Ab dort läuft alles in Tagesetappen nach Duisburg, Köln, Lahnstein, Mainz, Mannheim und schließlich Speyer. Los gehe es immer gegen 6 Uhr. Die jeweilige Ankunftszeit bewege sich zwischen 17 und 19 Uhr. „Warten“ muss das Boot noch einmal im Naturhafen Speyer. Ein Straßentransport dürfe behördlicherseits nur sonntags erfolgen.
Wie wird U17 transportiert?
Das Boot wird auf einem Hochseeponton nach Süden gebracht, erklärt Siegenthaler. Dieser sei sowohl für die Nordsee-, als auch die Rhein-Passage geeignet. Lediglich das Schiff, welches den Ponton zieht, beziehungsweise schiebt, müsse ausgetauscht werden. „Hochseeschiffe haben mehr Tiefgang und können auf dem Rhein nicht eingesetzt werden“, sagt Siegenthaler. Auf der Nordsee komme das Seeschleppschiff „Teddy“, auf dem Rhein entweder die „Peter van der Wees“ oder die „Nicolaas“ – beides Schubschiffe – zum Einsatz.
Wo wird es unterwegs kritisch?
Die kritischste Stelle auf der Reise dürfte laut Siegenthaler die Nordsee sein. Zu starker Wellengang mache den Transport unmöglich. Die See müsse ruhig sein. „Bei Wellen über 1,50 Meter wird es problematisch“, sagt Siegenthaler. Auf dem Rhein komme es auf den Pegelstand an. Die kritischste Stelle ist hier Kaub, zwischen St. Goar und Bingen. Sollten es äußere Umstände erfordern, kann laut Siegenthaler an den einzelnen Stationen länger geankert werden. Nach derzeitigem Stand seien keine Probleme zu erwarten. Sollte doch etwas schiefgehen, gebe es noch einen Plan B. Dieser werde jedoch erst im Falle eines Falles bekanntgegeben.
Wie viel kostet der Transport?
Bis zur Ankunft am Ausstellungsort Sinsheim betrage das Gesamtbudget für den Transport zwei Millionen Euro, teilt Siegenthaler mit. Nach Speyer kommt es für Arbeiten in der Werkstatt. Unterstützt werde das Museum durch Spenden und Sponsoren. Zahlreiche Kleinspender kämen aus dem Kreis der mehr als 4000 Mitglieder des Museums. Einige Spender hätten auch größere Summen beigesteuert. Ergänzend kämen Mittel des Museums hinzu. Mit einer Bar in einer U-Boot-Attrappe am Museum-Standort Sinsheim werden derzeit weitere Einnahmen für den Transport generiert.
Wie viele Personen sind am Transport beteiligt?
Um das 500 Tonnen schwere Gefährt sicher nach Speyer zu bewegen, sind laut Siegenthaler insgesamt 150 Personen im Einsatz. Allein aus der Belegschaft der Technik-Museen Sinsheim und Speyer seien 40 Personen in das Großprojekt involviert.
Wie fallen die Reaktionen auf den Transport aus?
Insbesondere die im Auwald getroffen Vorbereitungen für die Ankunft von U17 – Gehölzrückschnitte, manche sagen Kahlschlag – sind in Speyer umstritten. Vor allem die Grünen im Stadtrat protestieren und haben Anzeige erstattet. Ermittlungen laufen. Das Museum berichtet aber auch von freudigen Reaktionen auf die Ankündigung des Exponats.
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