Speyer Basketball: Speyer wieder in der Bundesliga
Nach vielen Jahren in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) flossen im Frühjahr 2018 nach dem Abstieg die Tränen. Auch klappte der direkte Wiederaufstieg drei Monate später nicht. Doch nach nur einer Spielzeit Unterbrechung kehren die BIS Baskets Speyer in Deutschlands Beletage zurück. In Augsburg feierten sie den Wiederaufstieg.
Dass die Korbjäger-Talente aus der Domstadt sich ab Herbst wieder auf einem ganz anderen Niveau behaupten müssen, wurde dem Basketballinternat bei den Qualifikationsspielen in Augsburg bewusst – in ausgeglichenen Begegnungen und mit richtig starken Gegnern aus der Metropolregion Rhein-Neckar, den vereinten Talentschmieden aus Stuttgart, Esslingen und Kirchheim sowie den Basketballakademien aus Augsburg und Bayreuth, letztere an einem jahrzehntelang etablierten Bundesliga-Standort.
Genau gegen diese Bayreuther Nachwuchsmannschaft schafften die Baskets die entscheidenden Punkte im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg. Der 57:50-Sieg gegen die sogenannten TenneT young heroes war am Ende Gold wert. Denn der vierte Platz, das war von Anfang an klar, reichte dieses Mal für die Rückkehr ins Oberhaus.
Knapper Erfolg
Im Gegensatz zu Vorjahren, in denen der Aufstieg über mehrere Qualifikationsrunden ausgespielt wurde, genügte heuer ein Wochenende mit deutschlandweit drei Aufstiegsturnieren, bei denen die jeweils vier Besten der insgesamt 15 Anwärter den direkten JBBL-Aufstieg schafften. Mit Blick auf die Tabelle, dem vierten Platz, und dem nur knappen Erfolg gegen Bayreuth, schlug am Ende ein knapp erreichter Aufstieg für die Domstadter zu Buche – wenngleich Co-Trainer Jan Hartinger aus Harthausen meint, dass auch drei Siege statt nur einem drin gewesen wären.
„Wir wussten, was uns erwarten würde und waren gut vorbereitet. Wir beobachteten und analysierten die Gegner vor unseren Partien genau und hatten deshalb jeweils einen klaren Matchplan“, sagt Hartinger.
Niveau erreicht
„Mit Augsburg und Stuttgart waren wir absolut auf Augenhöhe. Da fehlte wirklich nicht viel und zeigte uns auch für die kommende Bundesliga-Runde, dass wir auf diesem Niveau mithalten können.“
Auch vor diesem entscheidenden Wochenende gaben die BIS-Cracks alles für die erfolgreiche Mission: „Seit zwei Monaten haben wir dreimal wöchentlich trainiert und ein bis zwei Testspiele an Wochenenden absolviert. Deshalb sind wir auch erleichtert, dass wir unser Ziel erreicht haben“, erklärt Hartinger, selbst erfolgreicher Basketballer bei der Spielgemeinschaft und Mitglied der aktuellen Meistermannschaft in der Ersten Regionalliga Südwest.
Lange Vorbereitung
„Das war kein Selbstläufer. Schließlich packen wir die Rückkehr in die Jugend-Bundesliga perspektivisch an und starteten gezielt schwerpunktmäßig mit dem jüngeren JBBL-Jahrgang“, berichtet der Coach. Das Trainerteam mit Hartinger und Chef Jordi Salto Sabate, hauptamtlich nicht nur als impulsgebender Spieler des zukünftigen Zweitliga-Teams, sondern als Trainer auch in der Jugendkoordination als Stratege gefordert, nutzte bereits präventiv die abgelaufene Saison im U14-Bereich, um die Talente auf die Aufstiegsspiele und die kommende JBBL-Saison vorzubereiten.
„Sieben der insgesamt zwölf Spieler der Aufstiegsmannschaft spielten bis April noch in der U14-Runde. Wir haben aus unserem Verein nur zwei der älteren Jahrgänge. Drei weitere Neuzugänge kamen aus Koblenz und Kaiserslautern dazu. Das machte die Qualifikation gegen gestandene und physisch sehr starke Teams nicht einfacher und wird uns auch kommende Bundesliga-Saison mächtig fordern. Doch mittelfristig hilft das natürlich, Basketball auf solch hohem Niveau bei uns anbieten zu können.“
Ziel Klassenverbleib
Der Klassenverbleib in der JBBL kommende Saison sei deshalb auch, wie Hartinger im RHEINPFALZ-Gespräch beteuert, das einzige, was zähle bei der sehr starken Konkurrenz – um in der Saison 2020/2021 mit den dann gereiften Nachwuchskräften aus dem Vollen schöpfen zu können.
Die vorderpfälzische Talentschmiede stellte nicht nur die jüngste, sondern auch körperlich schwächste Mannschaft. „Wir kennen unsere Defizite und werden diese konsequent mit anderen Tugenden ausgleichen. Jetzt bei dem Neuaufbau auf die Jungen zu setzen, macht Sinn“, sagt Hartinger, der sich kommende Saison schwerpunktmäßig als verantwortlicher Coach wieder auf die Entwicklung der Talente im U14-Bereich konzentrieren wird.
Hartinger hat viel zu tun
„Ich werde nur punktuell in der Jugend-Bundesliga bei Cheftrainer Sabate sein können. Durch meinen Trainerjob bei der U14 und vor allem dem Engagement als Spieler in der Zweiten Liga bleibt einfach nicht mehr Zeit. Sabate und alle Spieler werden aber geschlossen in die JBBL-Saison gehen. Die Jungs sind heiß auf das neue Abenteuer Jugend-Bundesliga. Wir haben eine Super-Truppe beisammen.“
So spielten sie
BIS Baskets Speyer: Peter Bauer, Keenan Garner, Pepe Lahr, Flynn Lange, Daniel Morskoi, Philipp Reis, Linus Ruf, Ian Schmitt, Devin Schmunk, Antonio Skowron, Tekin Berkant, Julien Togbedi