Speyer Azubis werben Azubis bei Saint-Gobain

Elektroroller als Preis: die geehrten Azubis.
Elektroroller als Preis: die geehrten Azubis.

Seit 50 Jahren wird im Speyerer Werk des Dämmstoffproduzenten Saint-Gobain G+H Isover Glaswolle hergestellt. Die Nachwuchsgewinnung hat für den Konzern längst besondere Bedeutung. Zur Motivation hat dabei auch ein Trip aus Mecklenburg-Vorpommern in die Pfalz beigetragen.

Über zwei neue E-Scooter darf sich das Gewinner-Duo freuen: Drei Monate hatten Auszubildende aus den vier deutschen Standorten des Dämmstoffherstellers Saint-Gobain G+H Isover Zeit, Videos über ihre Tätigkeiten zu erstellen. Die Preisverleihung fand im Werk Speyer statt. Mit dem Motto „Azubis werben Azubis“ sollten ehrliche Einblicke in den Alltag gegeben sowie Begeisterung für die Lehrberufe geweckt werden.

Die Sieger hatten eine weite Anreise in die Pfalz: Den ersten Platz belegten Amelie Henze (21) und Vanessa Neubauer (22), die als Groß- und Außenhandelskaufleute bei Saint-Gobain im mecklenburgischen Lübz beschäftigt sind. Henze wollte eigentlich zunächst ihr Abitur ablegen, wie sie sagt: „Während der Corona-Zeit habe ich dann aber gemerkt, dass eine Ausbildung jetzt eher etwas für mich ist.“ Mit ihrer Entscheidung sei sie sehr zufrieden. „Für den Weg einer Ausbildung wurde ich manchmal belächelt, aber ich finde, dass mehr junge Menschen eine Lehre in Betracht ziehen sollten“, so Neubauer. Sie hat ihre Ausbildung bereits abgeschlossen und nutzt jetzt die Gelegenheit eines anschließenden dualen Studiums. In ihrem Video zeigten die beiden Kauffrauen Bestandteile ihres Berufsalltags wie das Erstellen von Produktionsplänen oder Rundgänge.

Auf dem zweiten Platz rangierte ein Verfahrenstechniker, gefolgt von drei Industriemechanikern auf dem dritten Rang. Beide Videos kamen von Azubis vom Standort Bergisch-Gladbach. Auch sie durften sich über Sachpreise von ihrem Arbeitgeber freuen. Die Gewinnervideos sollen nun auch öffentlich genutzt werden – für eine Kampagne in sozialen Netzwerken.

Dieses Jahr 50. Geburtstag

Seit 1973 stellt der global vertretene Dämmstoffriese im Werk Speyer rund um die Uhr Glaswolldämmstoff für Zentraleuropa her. In diesem Jahr feiert der Standort in der Industriestraße 50-jähriges Bestehen. „Große Feierlichkeiten haben bislang nicht stattgefunden, aber im Oktober ist es endlich soweit“, sagt Nikolaus Wesely. Der Werkleiter hat bereits 31 Jahre Berufserfahrung in der Dämmstoffherstellung sammeln können. Für ihn besteht das Erfolgsrezept des Standortes Speyer aus vielen Zutaten. Am wichtigsten seien „Offenheit für Innovation und Fortschritt“ und ein gutes Arbeits- und Ausbildungsklima.

In der Speyerer Werkstatt können die Auszubildenden mit dem vollen Portfolio der Industriemaschinen lernen. Anfangs komme es vor allem darauf an, das handwerkliche Geschick zu fördern, sagt ein Azubi. Nach zwei oder drei Monaten könne man auch erste Projekte selbständig stemmen.

In der Speyerer Fabrik sind rund 250 Menschen beschäftigt. Sie kümmern sich in drei Schichten darum, dass pro Tag etwa 3500 Tonnen Glaswolle die Produktionskette durchlaufen. Dabei werden nicht nur Dämmstoffe für Gebäude, sondern auch große Rohranlagen hergestellt. Erst vor wenigen Jahren hat der Konzern nach eigener Mitteilung rund 40 Millionen Euro in den Standort investiert.

Glaswolle auf dem Fließband: Das in der Fabrik im südlichsten Zipfel der Stadt Speyer produzierte Material kommt zur Dämmung von
Glaswolle auf dem Fließband: Das in der Fabrik im südlichsten Zipfel der Stadt Speyer produzierte Material kommt zur Dämmung von Gebäuden und Rohranlagen zum Einsatz.
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