Speyer Autofahrer nehmen’s gelassen
Mehrere Stunden lang hat die Bundespolizei mit Stichproben entlang der französischen Grenze die Einreise nach Deutschland kontrolliert. Am Grenzübergang in Neulauterburg wurden sechs Personen, im Bundespolizeirevier Bienwald 65 Verdächtige überprüft. Sechs illegal Einreisende wurden entdeckt.
Donnerstag, kurz vor 14 Uhr: Noch verläuft der Verkehr am Grenzübergang Bienwald normal. Dann bildet sich eine längere Schlange auf der Straße Richtung Deutschland. Kurz nach der Grenzplattform, auf der nur gemeinsam mit französischen Kollegen besondere Kontrollen durchgeführt werden dürfen, stehen neun Bundespolizisten. Schilder weisen die Autofahrer, gut die Hälfte sitzt in einem großen Lkw, darauf hin, ihre Geschwindigkeit zu verlangsamen. Eine Sonderkontrolle ist angesagt. Unerlaubte Einreise verhindern Es gilt, „die unerlaubte Einreise und Schleusungskriminalität auf der westmediterranen Migrationsroute zu bekämpfen“, so die Bundespolizei in einer Presseerklärung. Sie sei der zugangsstärkste Migrationsweg nach Europa. Diese Route verläuft über Portugal, Spanien und Frankreich bis nach Deutschland und Skandinavien. Vor allem Menschen aus Afghanistan, aber auch aus Westafrika versuchen auf diesem Weg, ins Land zu kommen. Die Autofahrer nehmen die Kontrollen relativ gelassen. Sie folgen den Anweisungen der Bundespolizisten, deren Arbeit von einem Beamten mit der Maschinenpistole abgesichert wird. Stichprobenweise werden unterschiedliche Fahrzeuge kontrolliert. Auffälligkeiten bei der Auswahl der Autofahrer sind nicht zu erkennen. Die Beamten wechseln sich ab, erklärt Pressesprecher Mario Rickhof. Wer vorne steht entscheidet, welcher Wagen zur Seite gebeten wird. Neue Smartphones helfen Vor allem auf die Papiere der Einreisenden werfen die Beamten ihr geschultes Auge. Dabei kommen die neuen Dienst-Smartphones zum Einsatz: Personalausweise und Führerscheine werden eingescannt und mit der Datenbank des Bundeskriminalamtes abgeglichen. Das erspart den Beamten lästiges Eintippen. 19-Jähriger mit Ecstasy erwischt Insgesamt wurden im Bundespolizeirevier Bienwald 65 Personen kontrolliert. Sechs Einreisende und 15 Behältnisse wurden durchsucht. Registriert wurde ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz am Bahnhof in Bad Bergzabern. Bei einem 19-Jährigen wurden 6,8 Gramm Haschisch, eine geringe Menge Speed und eine Ecstasy-Tablette gefunden. Landesweit waren 86 Bundespolizisten eingesetzt. Illegal eingereist waren sechs Personen. Eine Person wurde wegen unerlaubten Aufenthaltes festgenommen, eine weitere zur Feststellung ihres Aufenthaltsortes ausgeschrieben. Die Fahnder eröffneten zwei Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, drei wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und zwei wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Eine vermisste Jugendliche wurde dem Jugendamtes übergeben.