Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Aus dem Vorstandsbüro in die Obstplantage

Hat die Vorstandsetage in den Ruhestand verlassen: Winfried Szkutnik.
Hat die Vorstandsetage in den Ruhestand verlassen: Winfried Szkutnik.

Er hat bei der Sparkasse Annweiler-Bad Bergzabern sein Metier gelernt, ist bei der Raiffeisenbank Schifferstadt aufgestiegen und hat seine Karriere im Vorstand der Vereinigten VR-Bank Kur- und Rheinpfalz in Speyer gekrönt: Winfried Szkutnik. Im Ruhestand zieht es ihn weiterhin zum geliebten Dom, mal zur Bank, aber als Nebenerwerbslandwirt auch auf die heimische Scholle in der Südpfalz.

„Es hat sehr gut angefangen“, sagt der gerade ins Rentnerleben umgestiegene Banken-Mann Winfried Szkutnik, als er am Montagmorgen für den Fotografen noch einmal aus seinem inzwischen ehemaligen Büro auf der Chefetage des Hauptsitz der Bank an der Bahnhofstraße kommt. Der 65-Jährige wirkt entspannt. Er sei seit seinem offiziellen Ausscheiden aus dem Amt Anfang Juli schon wandern gewesen und habe zuhause in Mutterstadt damit begonnen, über die Jahre Liegengebliebenes aufzuarbeiten. Künftig wolle er sich auch wieder verstärkt um seine Hobbylandwirtschaft in der Südpfalz kümmern. Dort ist er geboren in einem Haushalt, der eine Nebenerwerbslandwirtschaft betrieb. An Obstbäumen hat er genauso Spaß wie am Wandern.

Szkutniks beruflicher Werdegang lässt sich gut mit einer Wanderung vergleichen. Aufgebrochen ist er als Handelschul-Absolvent mit einer Lehre bei der Sparkasse. „Der Chef der Volksbank hat damals nur Mädchen eingestellt“, erinnert er sich. Nach der Lehre ist er in die Vorderpfalz „gewandert“. 1974 zur Bundeswehr in die Kurpfalzkaserne, hat die spätere Gattin und Mutter seiner zwei Söhne aus Mutterstadt kennengelernt, 1977 folgte die Hochzeit und damit ist der Bänker endgültig am Rhein hängengeblieben.

Hohe Verantwortung

Seinen ersten Job hatte er bei der Raiffeisen-/Volksbank in Mutterstadt, ab 2000 bei der VR-Bank Ludwigshafen, dann von 2006 an in Schifferstadt. „Dort bin ich erstmals in den Vorstand eingerückt, zuvor war ich Bereichsleiter und Prokurist“, betont er im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Als seine damalige „Hausbank“ durch die Fusion nach Speyer kam, war Szkutnik beruflich endgültig am Ziel seiner Wanderung. „Speyer mit seinen Festen und dem Dom war immer ein Anziehungspunkt für meine Familie. Ich bin sehr dankbar, dass ich meine letzten Jahre beruflich in Speyer verbringen konnte“, gibt er zu.

Hier kommt vieles zusammen: Das Team passt, der Erfolg ist da – „das belegen die Zahlen“, wirft VVR-Vorstandssprecher Rudolf Müller ein, mit dem Szkutnik schon seit dem ersten Gespräch eine persönliche Sympathie verbindet. „Wir werden auch weiterhin ab und an gemeinsam eine Tasse Kaffee trinken“, sind beide sicher. Szkutnik trug im Vorstand hohe Verantwortung: Kreditmarktnachfolge, Risikobeurteilung, Innenrevision, Compliance, Organisation und IT sowie Facility Management fielen in sein Ressort. Die „Villa Körbling“, ein Schmuckstück im VVR-Immobilienbestand, wurde unter Szkutnik saniert. Er blieb leicht unter dem Budget von drei Millionen Euro.

Kirchliches Engagement

Sein kirchliches und soziales Engagement – „Der Dom ist meine geistliche Heimat“ – führt Szkutnik ohnehin öfter in die Stadt. Er ist unter anderem seit vielen Jahren Schatzmeister des Dombauvereins, gehört dem päpstlichen Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem an, betreut drei Krankenpflegevereine buchhalterisch und ist in der Heimatkirchengemeinde als Verwaltungsrat aktiv – wenn er nicht auf dem Obstbaum sitzt.

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