Speyer Aus 200 Meter Tiefe geholt
«OTTERSTADT.» Das wichtigste Lebensmittel des Menschen ist das Wasser, denn ohne Wasser gibt es kein Leben. Aber wie kommt es zu Hause aus dem Wasserhahn? Das wollten 45 Kinder der Ferienbetreuung in Otterstadt genau wissen und besuchten deshalb das Wasserwerk in Waldsee.
Seit fast 90 Jahren gibt es das Wasserwerk in Waldsee. Vorher hat sich die Bevölkerung aus Brunnen mit Wasser, das nicht immer einwandfrei war und vor dem Trinken abgekocht werden musste, versorgt. Aus den heutigen zwei Tiefbrunnen wird das Wasser aus 200 Metern Tiefe mit Pumpen nach oben gefördert und durchläuft einen Reinigungsprozess, den der Wassermeister Stefan Wieandt und sein Mitarbeiter Jochen Senz ausgiebig erklärten. Die Kinder hörten aufmerksam zu und stellten auch manche Frage. Wasser bewegt sich im Kreislauf der Natur: Regen oder Schnee bringen es auf die Erdoberfläche, wo es sich in Seen oder Flüssen sammelt. An warmen Tagen verdunstet Oberflächenwasser wieder und wird zu Niederschlag, also ein richtiger Kreislauf. Wenn es versickert, wird das Wasser auf seinem Weg durch den Boden gefiltert und ist tief im Grund vor Verschmutzungen geschützt. Trotzdem muss das Wasser nach dem Hochpumpen noch einmal gereinigt werden. Das durften die Kinder hautnah erleben. Zuerst ging es in die Abteilung, in der dem Wasser Sauerstoff zugeführt wird und danach kleine Schmutzpartikel herausgefiltert werden. Anschließend wurde das Wasser untersucht, um ganz sicher zu gehen, dass es sauber ist und ohne Bedenken getrunken werden kann. Danach läuft das Wasser in die zwei Vorratsspeicher, in die je zwei Millionen Liter passen. Von dort wird es nach zwei Tagen in die Wassertürme in Schifferstadt, Mutterstadt und Böhl gepumpt. Das Wasserwerk in Waldsee liefert fünf Millionen Kubikmeter Wasser, das sind fünf Milliarden Liter im Jahr. Im Vergleich zu Sprudelwasser hat das Waldseer Wasser weniger Mineralstoffe, ist aber umso erfrischender. Davon konnten sich die Kinder zum Ende der Führung bei Brezeln und extra mit Kohlensäure versetztem Trinkwasser überzeugen. Zum Abschluss durften sie noch auf dem Freigelände rumtoben.