Speyer Aufwand zu hoch

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Seit sieben Jahren bemüht sich das Land um die Einführung der „Ehrenamtskarte“. Wie berichtet, haben sieben rheinland-pfälzische Kommunen vor wenigen Tagen beim Ehrenamtstag Mitte September in Worms die Vereinbarung zur landesweiten Einführung der Anerkennung für selbstlosen Einsatz für andere unterzeichnet. Speyer war nicht dabei.

Zu hohen finanziellen, personellen und organisatorischen Aufwand gab Stadt-Sprecherin Barbara Fresenius auf RHEINPFALZ-Nachfrage als Hinderungsgründe an, Speyerer Ehrenamtlichen mit dieser Karte beispielsweise ermäßigte Eintritte in Schwimmbäder, Theater oder Museen zu ermöglichen. Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung bürgerschaftlichen Engagements setze die Stadt mit der Einladung zum städtischen Neujahrsempfang, der Verleihung des Ehrenamtspreises noch in diesem Jahr, Auszeichnungen wie Verdienst- und Partnerschaftsmedaille, Ehrennadel und Freiherr-von-Stein-Plakette. „Für die Information der Vereine, Verbände und Initiativen vor Ort, die Prüfung der Antragsformulare, deren Weiterleitung an die Staatskanzlei und die feierliche Überreichung der Ehrenamtskarte ist die Stadt zuständig“, machte sie den Verwaltungsaufwand deutlich. Die Staatskanzlei stelle die Karte lediglich aus. Zudem benötige die Stadt Geld zur Finanzierung attraktiver Angebote. „Wollte Speyer Ehrenamtskarteninhabern aus ganz Rheinland-Pfalz beispielsweise Vergünstigungen für den Besuch im Historischen Museum der Pfalz anbieten, müsste der Bezirkstag Pfalz zustimmen, im Falle des Technikmuseums der Museumsbesitzer und im Falle des Badeeintritts der Stadtwerke-Kunde überzeugt werden, die Mehrkosten zu tragen“, führte Fresenius aus. „Die Einführung der Ehrenamtskarte wäre ein zusätzlicher Kraftakt für eine Kommune wie Speyer, die dem Kommunalen Entschuldungsfonds beigetreten ist und sich bemüht, ihre defizitären kulturellen Einrichtungen sowie ihr öffentliches Bad zu erhalten“, sagte sie. Neustadt geht anders an die Sache ran: Dort prüft die Stadtverwaltung, ob eine Ehrenamtskarte eingeführt werden kann. Gleichzeitig soll beobachtet werden, welche Erfahrungen jene sieben Kommunen machen, die sie als Pilotprojekt eingeführt haben. Wie berichtet, wird mit einer solchen Karte besonderes bürgerschaftliches Engagement honoriert. Welche Vergünstigungen damit einher gehen, hänge davon ab, was für Kommunen vor Ort möglich ist und ob sich auch private Partner beteiligen, hieß es in Neustadt. (kya/ahb)

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