Speyer „Anderen Menschen helfen zu können, macht mich glücklich“
Ja, heute habe ich für unsere Schutzengel-Aktion eine weitere Verkaufsstelle gewonnen und 30 Tafeln Schokolade selbst verkauft. Jedes Jahr organisieren wir unsere Schutzengel-Aktion, bei der zirka 1000 Speyerer Grundschüler einen Schutzengel malen. Die ersten drei Gewinner-Bilder zieren dann Schokoladen-Tafeln durch eine Banderole. Dieses Jahr unterstützen wir das Altenzentrum St. Martha mit einer Musiktherapie für demenzkranke Bewohner und den Verein SeHT, die Menschen mit Teilleistungsschwächen unterstützt und fördert. Der Erlös aus dem Verkauf der Schokolade, ungefähr 10.000 Euro, geht an beide Projekte. Wie sind Sie dazu gekommen? Ich habe mich 2014 selbst nach einer Organisation umgeschaut, bei der ich mich einbringen und Gutes leisten kann. Wichtig war mir, dass die Organisation seriös ist, die Gemeinschaft passt und nachweisliche Erfolge erzielt werden. Dies habe ich bei der weltweit größten Service-Organisation Lions Club gefunden. Was fällt für das Amt an – welche Aufgaben, welcher Zeitaufwand? Für den Präsidenten natürlich mehr Aufgaben, was die Organisation und Planung von Aktivitäten und Koordination von internen Strukturen angeht. Wir treffen uns im Schnitt alle zwei Wochen. Im Vordergrund steht die Planung und Weiterentwicklung von Aktionen. Um die Gemeinschaft zu stärken, nehmen wir an Events teil. Dort treffen wir wiederum andere Menschen, die sich für uns interessieren. Natürlich können sie sich bei uns informieren, was wir machen und wie sie Teil davon werden können. Haben Sie ein besonderes Talent dafür, das gewisse Etwas? Ich glaube nicht, dass man ein besonderes Talent für die Arbeit im Ehrenamt benötigt. Wichtig ist, dass man seine Mitmenschen schätzt, Respekt voreinander hat, genauer hinhört und nicht wegschaut. In welchen Momenten geht Ihnen das Herz auf? Das Schönste für mich ist die Dankbarkeit und Herzlichkeit der Menschen, die wir unterstützt haben. Und wann platzt Ihnen der Kragen? Wenn Menschen Hilfe bewusst ausnutzen und andere darunter leiden müssen. Sie tun etwas für andere – wie kann man denn Ihnen helfen? Indem viele Menschen unsere Aktionen unterstützen und wir noch mehr Menschen hier vor Ort helfen können. Das macht mich sehr glücklich. Und bleibt an den Wochenenden auch Zeit für etwas anderes? Ja, samstags bin ich auf dem Markt, sonntags in der Natur. Den Ausgleich brauche ich. Er gibt mir Kraft. Zur Person Timo Renner, 37 Jahre, Finanzmakler, seit 2015 beim Lions Club Speyer Palatina. | Interview: Narin Ugrasaner