Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Andacht mit Jazz in St. Gangolf

Alexandra Lehmler und Matthias Debus
Alexandra Lehmler und Matthias Debus

Im Mittelpunkt der fünften musikalischen Andacht in der katholischen Kirche St. Gangolf in Dudenhofen haben am letzten Sonntag des Kirchenjahres Alexandra Lehmler und Matthias Debus gestanden.

Das Mannheimer Künstlerpaar Alexandra Lehmler und Matthias Debus passt perfekt zum Konzertreihen-Konzept „Musiker aus der Nachbarschaft“, das Kirchenchor St. Cäcilia und „Chorissimo“ im Juni zur Unterstützung lokaler Künstler ins Leben gerufen haben. Debus, in Speyer geboren und in Dudenhofen aufgewachsen, erinnert sich an die Zeit, als der kleine Matthias am Altar der Kirche gestanden hat. Inzwischen ist der 44-Jährige ein vielbeschäftigter Bassist, verheiratet mit Alexandra Lehmler und Familienvater in Mannheim. Zur musikalischen Andacht hat er den Kontrabass mitgebracht, Lehmler ist mit Sopran- und Alt-Saxofon gekommen. Die 42-Jährige aus Bad Ems spielt das Instrument, seit sie 13 war, hat mit dem „Alexandra-Lehmler-Quintett“ ihre eigene Band und – wie ihr Partner – die Leidenschaft für den Jazz nie verloren. Sie wird spürbar, sobald das Duo zu seinen selbst geschriebenen und arrangierten Stücken ansetzt.

Großartige Ergänzung

Lehmler und Debus gleichen sich nicht an, ergänzen sich vielmehr großartig. Für ihre Musik braucht es keine Worte, weshalb auch keiner der beiden die Moderation übernimmt. Lehmler und Debus Kompositionen sprechen für sich selbst. Sie dringen tief in den Zuhörer ein, berühren Körper und Seele. Kein Ton ist hart, nichts schrill, vieles überraschend, kaum erwartbar und dann ganz selbstverständlich. Lehmler ist in der Lage, ihr Saxophon wie eine Panflöte erklingen zu lassen, mit ihm in einen intensiven Dialog mit dem Kontrabass zu treten.

Diese Musik aus der Nachbarschaft trägt durch die Kirche bis in die Herzen der Besucher und darüber hinaus. Debus setzt seinen Körper und Vokalisen ein, entlockt dem Kontrabass mit Fingern und Bogen reine Töne aus den Saiten, dem Klangkörper, dem Steg. Seine Solostimme unterstreicht das wunderschöne, grenzenlose Klangerlebnis.

Voller Hoffnung

„Katholiken feiern heute das Hochfest Christ-König“, betont Martina Becker-Ochsner, die die Texte für die fünfte Andacht geschrieben hat. Sie spricht vom Glauben an ein Leben nach dem Tod, der Befreiung von Ausweglosigkeit und Verzweiflung auch und gerade an Christ-König.

Musik und Worte im Herzen gehen die Besucher der fünften musikalischen Andacht am Totensonntag voller Hoffnung und mit der in der Kirche gewonnenen Gewissheit nach Hause, dass Musik da beginnt, wo Sprache endet.

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