Speyer
Am Wochenende: Belagerung durch Badegäste im Binsfeld
„Wir können nicht mehr angeln. Überall sind Stand-up-Paddler und Kajak-Fahrer auf dem See. Außerdem sind bestimmt 1000 Leute in Uferbereichen, die als Landschaftsschutzgebiet für Badegäste tabu sind. Die Leute trampeln alles nieder“: Ralf Pfeiffer ist aufgebraucht, als er sich am Sonntag gegen 16 Uhr telefonisch bei der RHEINPFALZ vom Kuhuntersee meldet. Die Mitglieder des Angelsport- und Fischzuchtvereins (ASFV) Speyer haben das Gewässer seit Jahrzehnten gepachtet und halten es von Müll frei, wie Pfeiffer betont.
Der ASFV-Boss habe den Massenandrang, bei dem er auch die Corona-Abstandsregeln oftmals verletzt wähnt, schon vor Wochen kommen sehen und der Stadtverwaltung mehrfach seine Kooperation, etwa den Einsatz von Vereinsbooten, angeboten. „Doch darauf habe ich bis heute keine Rückmeldung bekommen“, zeigt er sich enttäuscht. Pfeiffer bedauere nicht allein die unmittelbaren Einschränkungen für die Angler durch die Badenden. Er nennt zudem Schäden am Uferbewuchs, Gewässerverunreinigung durch Fäkalien und Sicherheitsrisiken durch das Zuparken von Straßenrändern und Äckern.
Darüber hinaus hat Pfeiffer auch zahlreiche Badegäste im Gänsedrecksee, in den der Kuhuntersee im Norden übergeht, festgestellt. „In diesem See sind nur Angeln und Tauchen erlaubt“, teilt er mit. Durch die vielfache Missachtung von Regeln sieht der Vereinsvorsitzende die Moral und Motivation der Jugend zum Naturschutz in Gefahr. „Wir räumen ständig Müll weg und hier werden einfach so Abfallberge hinterlassen“, sagt der Funktionär.
200 Verwarnungen
Beschäftigt haben der Andrang und der Parksuchverkehr im Binsfeld auch die „Dienstgruppe C Ruhender Verkehr“ der Stadt Speyer. Sie hat am Wochenende insgesamt rund 200 Verwarnungen wegen Falschparkens ausgestellt, informierte Stadtpressesprecherin Lisa Eschenbach am Montag auf Anfrage. „Das belegt, dass vor Ort in der Tat viel los war und wild geparkt wurde.“ Darüber hinaus wurde nach Rückmeldungen der Kollegen „wohl vielfach ein frisch gemähter Acker als Parkplatz fehlinterpretiert“, also verbotenerweise dort geparkt.
Auch die Polizei hatte zahlreiche Anrufer wegen der Parkproblematik. Nach Angaben eines Polizeisprechers von Montag ist es am Wochenende aber zu keinem Unfall gekommen.