Speyer Am Ende sind alle zufrieden

Römerberg. Der TuS Mechtersheim sorgte beim 3:0 (2:0)-Sieg gegen Borussia Neunkirchen (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete) für einen gelungenen Nachmittag. Das honorierten die Zuschauer und zahlten üppiger als sonst.
Die Schlange am Kassenhäuschen nach Spielende zeugte davon, dass etwas anders war: Der TuS hatte freien Eintritt gewährt und dazu aufgerufen, nach der Partie den Obolus zu leisten, den der Betrachter den 90 Minuten beimisst. Die Mechtersheimer Mannschaft wollte einen eventuell entstehenden Differenzbetrag übernehmen – als Dank für die Unterstützung bislang in der Saison. Der Dreier war offenbar ein paar Öre wert, denn es kam mehr zusammen als beim üblichen Prozedere. Logisch, dass TuS die Aktion verlängern möchte. Sportdirektor Dieter Demmerle möchte prüfen, ob etwas dagegen spricht, beispielsweise der Verband ein Veto einlegt. Sportlich war der Sieg im Abstiegskampf sowieso Gold wert. Der TuS überquerte die 30-Punkte-Marke und musste dies auch tun. Sonst wäre die Spvgg Burgbrohl, die sich parallel bei Arminia Ludwigshafen mit 3:1 durchsetzte, in der Tabelle vorbeigezogen. Und die Elf von Trainer Manfred Schmitt zog die Gäste aus dem Saarland in den Sumpf. „Wenn man auf die Tabelle schaut, sieht man, dass wir uns dick im Abstiegskampf befinden. Das scheint der Mannschaft nicht richtig klar zu sein. Wenn wir keine Kehrtwende schaffen, brauchen wir nicht mehr über das vorläufige Insolvenzverfahren reden. Dann ist der Ofen aus“, sagte Neunkirchens Trainer Daniel Paulus. Die Borussia-Akteure passten sich sportlich der finanziellen Schieflage ihres Vereins an. Dabei befinden sich für das Oberliga-Niveau einige klingende Namen darunter. Die Namen verkamen flugs zu Schall und Rauch, weil die Heimelf die richtige Antwort auf den uninspirierten Pokal-Auftritt in Dudenhofen zu geben vermochte. „Wir haben das Training ausfallen lassen und uns zwei Stunden unter Männern ausgesprochen“, sagte Schmitt. Der TuS-Coach erfreute sich an einem hellwachen Auftritt seiner Schützlinge – von der ersten bis zur letzten Minute. Shkodran Rexhaj stach mit den Toren zum 1:0 (11.) und 3:0 (76.) heraus und wurde von Georg Ester mit dem 2:0 (43.) unterbrochen. „Ich habe heute die Chance bekommen und dem Trainer gezeigt, was ich kann“, frohlockte der zweifache Schütze. Dass der 22-Jährige in Zwickau Regionalliga-Luft geschnuppert hatte, wurde augenfällig. „Wir steigen nicht ab, weil wir entschlossen sind. Heute sind wir als Einheit aufgetreten“, sagte Rexhaj und versprach „Tore, Tore, Tore“, die freilich er machen werde. Zu den Spieltagseinnahmen passte der Überschuss an Emotion. (mbx)