Speyer Alle Schlaglöcher fotografiert

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Ein „Ufo“ – unbekanntes Fahrobjekt – ganz besonderer Art hat Ende November gemächlich seinen Weg durch die Stadt gesucht: Ein 7,50 Meter langes und 3,35 hohes Auto hatte zehn Kameras an Bord und hat den Zustand der Speyerer Straßen unter seine elektronischen Augen genommen (wir berichteten). Ende März ist das „Ufo“ wieder gekommen, um seine Mission abzuschließen. Die Erfassung der „Geometrie der Straßen“ Speyers ist damit vorerst beendet. Das hat die Stadtverwaltung auf Anfrage bestätigt. Grund für die zweite „Landung“: Weil im November schon der Weihnachtsmarkt aufgebaut war, musste unter anderem die Fläche vor der Alten Münz′ ausgelassen werden. Der Extra-Einsatz des Spezialfahrzeugs war von der Stadt angekündigt. Das Fahrzeug des Berliner Unternehmens „Eagle Eye Technologies“ hat im Auftrag der Stadt alle Speyerer Straßen im Detail untersucht und bewertet. „Sensoren an den Rädern des Wagens zeichnen für den Überblick über die gegenwärtige Ist-Situation die Strecke auf und senden alle fünf Meter Signale an die zehn Dachkameras. Von denen wird dann das Bild produziert“, beschrieb Sven Lindhauer, ein Pilot des Wagens, dessen Arbeitsweise. Jetzt laufen Fristen: Nach Abschluss des Schlaglöcher-Scannens am Mittwoch sollte die Auswertung der Daten bis 15. Mai abgeschlossen und ein „Erhaltungskonzept“ bis 30. Mai erstellt sein, informierte Barbara Fresenius von der Pressestelle der Stadt weiter. Der Weg der Daten ist dann aber noch nicht beendet: Die Tiefbauabteilung werde anschließend die Daten prüfen und bis Ende Juli sollen sie in die städtische Datenbank der Tiefbauabteilung übertragen sein. Damit liege eine aktuelle Übersicht über die „Baustellen“ vor. Das „Erhaltungsmanagement“ werde im Anschluss daran aufgrund dieser neuesten Informationen aktuell und genau darüber informieren können, wie viel Geld nötig ist, um überhaupt den Ist-Zustand der Straßen zu erhalten. Eine Schätzung zur Größenordnung der Gesamtschäden und der daraus resultierenden Kosten für deren Beseitigung könne gegenwärtig nicht vorgelegt werden, sagte Fresenius. 2013 haben nach ihren Angaben die städtischen Tiefbauer rund 800.000 Euro für den Straßenunterhalt eingesetzt. „Im Haushaltsjahr 2014 wurde der Ansatz zum Abbau des Sanierungsstaus stark erhöht“, teilte sie mit. Er belaufe sich nun auf rund 1,2 Millionen Euro. Der Löwenanteil (865.000 Euro) ist für Stadtstraßen reserviert, 164.000 Euro sind für den Unterhalt von Kreisstraßen auf städtischem Gebiet, 125.000 Euro für Landesstraßen und 30.000 Euro für Feldwege angesetzt. Die Stadt-Sprecherin wies darauf hin, dass reine Unterhaltungsleistungen Aufgaben der laufenden Verwaltung „sind und bleiben“. Über Ausbaumaßnahmen müsse dann der Rat beschließen. Wann das der Fall ist? Jedenfalls nicht, bevor der neue Stadtrat im Amt ist und seine Arbeit aufgenommen hat – nach der Sommerpause und eventuell vor dem nächsten harten Winter. (ell)

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