Speyer
Alexandra Lehmler und TC Debus bei „Speyer.Kultur Xmas Special“
Das schon vor einem Jahr vorgesehene „Xmas Special“ der Stadt konnte jetzt starten, allerdings um eine Position verkürzt. Rudolph und die Renntiere kommen nicht. Zum Auftakt spielten im Philipp eins Alexandra Lehmler und Matthias TC Debus, die vor vier Wochen schon bei den „Musikern aus der Nachbarschaft“ in St. Gangolf in Dudenhofen auftraten die RHEINPFALZ hat darüber berichtet).
Das Besondere der Musik und des Zusammenspiels des Paares wurde in Dudenhofen offenbar und an dieser Stelle beschrieben. Hier anstelle eines weiteren Nachberichts ein Beitrag zur Saxofonistin und Komponistin Alexandra Lehmler und dem Weihnachtslied, das ihr sehr gefällt: „Maria durch ein Dornwald ging“.
An der Lahn aufgewachsen
Mit sechs oder sieben Jahren habe sie das Lied zum ersten Mal gespielt, damals noch nicht auf dem Saxofon, sondern mit anderen Kindern zusammen im Blockflötenquartett. 2020 hat sie das Lied im Youtub-Kanal des Jazzcubs Ella & Louis mit dem Vibrafonisten Claus Kiesselbach aufgenommen. „Es war das erste Mal seit der Kindheit, dass ich das Lied wieder gespielt habe“, so die Musikerin. Sie ist aufgewachsen in dem kleinen katholischen Ort Nivern an der Lahn. Dort lebte die Familie gegenüber der Kirche. Als Kind war sie Messdienerin, sang im Chor und spielte in der Blockflötengruppe. Im Elternhaus war sie die einzige Musikerin, im Gegensatz zur Familie ihres Mannes, Matthias Debus, in der alle Musik gemacht haben.
Als Schülerin habe sie mit einer Freundin auf dem Weihnachtsmarkt in Koblenz Lieder gespielt. „Das hat Spaß gemacht, und wir haben echt gut Geld verdient“, erinnert sie sich. Später habe sie keine Weihnachts-Gigs mehr gespielt. Zuhause mit der eigenen Familie mache sie aber wieder Musik zur Weihnacht. Mit den 14, 13 und sechs Jahre alten Kindern und ihrem Mann werde gesungen oder auch Instrumental musiziert.
Liebe zu Moll-Tönen
„Maria durch ein Dornwald ging“ gefällt der Musikerin, weil es eine besondere, dunkle Färbung hat. „Das spricht mich mehr an, und meine eigenen Stücke schreibe ich auch sehr oft in Moll“, sagt sie. Das Lied wirkt durch Melodie und Text recht alt, es wird manchmal auf die Zeit um 1600 datiert. Wahrscheinlich aber ist es viel später entstanden.
Populär geworden ist das Lied, nachdem es 1912 in der Sammlung „Zupfgeigenhansl“, dem Liederbuch der Wandervogel-Bewegung, veröffentlicht wurde. Die älteste Quelle ist ein 1850 veröffentlichtes Liederbuch. Die Mainzer Literaturwissenschaftler Hermann Kurzke und Christiane Schäfer vermuten, dass hinter dem Herausgeber August von Haxthausen ein Freundeskreis steht, der sich für Volkskunst interessierte. Das Lied könnte auf ein Ansing-Lied zurückgehen, bei dem Frauen und Mädchen am Festtag der Taufe Jesu von Haus zu Haus zogen und Lieder sangen.
Die Forscher vermuten, dass die Herausgeber Textteile weiterer Lieder aufgegriffen und daraus ein neues Lied gemacht haben.