Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel 99 Prozent der Neuinfektionen durch Omikron

Speyer: Am Mittwoch wurden 79 weitere Corona-Fälle sowie ein weiterer Todesfall gemeldet.
Speyer: Am Mittwoch wurden 79 weitere Corona-Fälle sowie ein weiterer Todesfall gemeldet.

„Omikron“ hat das Infektionsgeschehen in Speyer in der Hand. Fast jede Neuinfektion geht auf die Virusvariante zurück. Wie viele Covid-Patienten in den Krankenhäusern davon betroffen sind, ist allerdings nicht klar.

Das Infektionsgeschehen im ganzen Bundesgebiet und auch in Speyer ist groß: Diese Einschätzung teilt das Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises, das auch für die Domstadt zuständig ist, mit Blick auf die aktuelle Corona-Situation mit. Und es hat noch lange nicht den Höhepunkt erreicht: „Wir rechnen wir damit, dass die Fallzahlen in den nächsten Wochen weiter ansteigen“, heißt es weiter. Mittlerweile seien 99 Prozent aller in Speyer registrierten Neuinfektionen auf die Omikron-Variante des Coronavirus zurückzuführen. Die hohe Inzidenz in Speyer – am Mittwoch lag sie laut Landesuntersuchungsamt (LUA) bei 705,5 – sei jedoch nicht auf einzelne größere Infektionsherde oder Ausbrüche zurückzuführen. Nur für Mainz, Kaiserslautern und Bad Kreuznach vermeldete das LUA noch höhere Inzidenzwerte. Auch der mittlerweile 107. Todesfall aus Speyer floss am Mittwoch in die Statistik ein.

In den zwei Speyerer Krankenhäusern rechnen die Mediziner damit, dass sich die Isolierstationen und auch die Intensivstationen – auf Letztgenannten voranging mit ungeimpften Covid-Patienten – füllen werden. Am Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus werden laut Auskunft von Sprecherin Susanne Liebold aktuell zwölf Covid-Patienten behandelt. Elf seien auf der Normalstation untergebracht, die zwölfte Person müsse auf der Intensivstation behandelt, aber nicht beatmet werden. Am St.-Vincentius-Krankenhaus sind laut der Ärztlichen Direktorin Cornelia Leszinski 17 Covid-Patienten in Behandlung, vier davon auf der Intensiv-, 13 auf der Isolierstation. Ein Patient müsse invasiv beatmet werden, ein weiterer nicht-invasiv. Die beiden anderen Intensiv-Patienten erhielten eine spezielle Sauerstofftherapie. „Alle Patienten auf der Intensivstation sind ungeimpft und im Alter von 52 bis 63 Jahren. Das ist charakteristisch für die derzeitige Situation“, teilt Leszinski mit. Anders als im Vorjahr seien nicht mehr vor allem Senioren von einem schweren Krankheitsverlauf betroffen.

Wie viele Patienten mit Omikron infiziert sind, ist indes nicht klar. „Bei drei der zwölf Corona-Fälle wurde die Omikron-Variante nachgewiesen, bei zwei liegt sie nachweislich nicht vor. Bei den verbleibenden sieben Patienten stehen die Varianten-Testergebnisse noch aus“, teilt die „Diak“-Sprecherin mit. Im „Vincenz“ ist kein Omikron-Fall bekannt. „Häufig kommen die Patienten aber mit auswärts durchgeführten PCR-Tests, bei denen die Varianten nicht bestimmt wurden“, so Leszinski. Im eigenen Testzentrum sei „praktisch ausschließlich Omikron nachgewiesen“ worden.

x