Speyer 82 Minuten? 97 dauert’s!
«Dudenhofen.» Welch ein Pokalfight – in der vierten Runde des Südwestpokals hat der FV Dudenhofen vor 250 Zuschauern einen 0:2-Rückstand gedreht und durch zwei Treffer in der siebenminütigen Nachspielzeit etwas glücklich gegen den ASV Fußgönheim gestern Abend mit 3:2 (0:2) gewonnen.
82 Minuten lang sahen die Gäste an der Iggelheimer Straße wie die sicheren Sieger aus. Doch in der turbulenten Schlussphase gaben sie das Weiterkommen aus der Hand, weil Dudenhofen nach zunächst wenig überzeugenden Leistungen die Brechstange auspackte und zwei Treffer in der Nachspielzeit erzielte. Nach dem 1:2 durch Julian Scharfenberger (82.) traf der Torjäger mit einem direkt verwandelten Freistoß zum Ausgleich (90.+ 4). Marius Schafhaupt setzte mit seinem Siegtor das i-Tüpfelchen auf die dramatischen Schlussminuten (90.+ 5). In der 88. zeigte der Unparteiische einem Gästeakteur nach Handspiel die Gelb-Rote Karte. Fußgönheims Trainer Myftari Fisnik äußerte sich sehr enttäuscht über die Niederlage und sah in der Schlussphase viele Zweikämpfe, die gegen seine Elf gepfiffen wurden und letztlich den Sieg gekostet hätten. Zudem habe es seine Mannschaft versäumt, die Partie vorzeitig zu entscheiden: „Wir hatten das Spiel in der ersten Hälfte klar im Griff, Chancen zum 3:0 oder gar 4:0 aber leider nicht genutzt.“ Fußgönheim begann keineswegs defensiv, sondern setzte Nadelstiche in der zunächst ausgeglichenen Begegnung. Die besseren Einschussmöglichkeiten besaßen die Gäste. Eine hundertprozentige Gelegenheit ließ der quirlige ASV-Angreifer Kevin Takpara aus, als er allein auf Torhüter Malcolm Little zusteuerte, das Runde aber am Kasten vorbeischob (14.). Die beste Einschussmöglichkeit der Einheimischen in der ersten Spielhälfte besaß Scharfenberger, der die Abwehr überlief, aber am Keeper scheiterte (21.). Die verdiente Führung der Gäste fiel im Anschluss an einen Freistoß, den Little abwehrte, beim Nachschuss aber das Nachsehen hatte (37.). Nach einem weiteren Freistoß hieß es 0:2 – Pause. Die Verletzung einer Zuschauerin die kurz nach der Pause einen strammen Ball abbekam und zu einer mehrminütigen Spielunterbrechung führte, stellte sich letztlich als harmlos heraus. Auch im zweiten Abschnitt stand Fußgönheim zunächst nicht nur defensiv, sondern spielte munter mit und suchte die Entscheidung. Die Gastgeber fanden kein geeignetes Mittel, die Gäste-Abwehr auszuhebeln – von der letzten Viertelstunde abgesehen. FV-Coach Christian Schultz spendete seiner Auswahl ein Riesenlob für eine kämpferisch ausgezeichnete Leistung: „In der ersten Hälfte war Fußgönheim in allen Belangen die bessere Mannschaft. Wir konnten personell nachlegen. Der Glaube ist zurückgekommen. Wir haben die Gäste hinten eingeschnürt und uns für den Riesenaufwand letztlich verdient belohnt. Ein Spiel dauert eben so lange bis der Schiedsrichter abpfeift.“