Speyer 402 Unterschriften übergeben
Eine Liste mit 402 Unterschriften gegen die Pläne für das alte katholische Pfarrhaus in Otterstadt haben sieben Bürger am Dienstag im Pfarrbüro Waldsee abgegeben.
Wie mehrfach berichtet, plant die katholische Kirchengemeinde, das Grundstück des ehemaligen Pfarrhauses in Otterstadt in Erbpacht dem Gemeinnützige Siedlungswerk (GSW) Speyer zu überlassen. Das Siedlungswerk möchte das alte Haus abreißen und sieben oder acht barrierefreie Wohnungen darauf bauen. Dieser Vorschlag hat bei einigen Otterstadter Bürgern zu massivem Widerstand geführt. Vor einer Woche hat der Bauausschuss der Ortsgemeinde Otterstadt den Bauantrag für das geplante Haus abgelehnt. Otto Berthold, Arno Zimmermann und Thomas Horn, die sich gegen das Projekt wehren, freuen sich über diese Entscheidung. „Wenn es dabei bleibt, wäre alles gut“, sagt Berthold. Zwei Wochen lang haben er, Zimmermann und Horn sowie vier weitere Otterstadter Unterschriften gegen den Abriss des Pfarrhauses gesammelt. Am Dienstag haben sie die Liste im Pfarrbüro Waldsee abgegeben. „Wir haben Menschen auf der Straße angesprochen und sind zu den Leuten nach Hause gekommen“, sagt Zimmermann. Sie hätten sehr viel Zuspruch bekommen, fast alle, die sie gefragt haben, hätten bereitwillig unterschrieben und oft auch noch andere Personen genannt, die man ebenfalls um Unterschriften bitten könnte, erzählen die Männer. Die Unterschriften haben sie bewusst am Dienstag abgegeben, weil am Mittwochabend auf der Sitzung des Verwaltungsrates der Pfarrei das Pfarrhaus Thema war. „Wir möchten den Verwaltungsräten, die ja die Entscheidung über die Zukunft des Pfarrhauses treffen, zeigen, wie die Stimmung in Otterstadt ist“, sagt Berthold und fügt hinzu: „Die Kirche argumentiert, dass mit dem Bau der von acht barrierefreien Wohnungen 16 Leute glücklich gemacht werden. Wir zeigen, dass dadurch mindestens 402 unglücklich gemacht würden.“ Tatsächlich hat der Verwaltungsrat der Pfarrei am Mittwoch keine Entscheidung zum Pfarrhaus getroffen. Das sei auch nicht nötig gewesen, sagt Dekan Frank Aschenberger. Der Verwaltungsrat habe sich grundsätzlich für eine Verwendung des Grundstückes in Erbpacht entschieden. Nun müsse erst das Gemeinnützige Siedlungsweg entscheiden, ob es das Projekt angesichts der öffentlichen Stimmung weiter verfolgen möchte. Dann müsse die Kreisverwaltung, die das Projekt als prinzipiell genehmigungsfähig beurteilt hat, entscheiden, ob sie sich über den Beschluss des Bauausschusses hinwegsetzt, so Aschenberger. Erst dann sei der Verwaltungsrat wieder gefragt, um den Erbpachtvertrag auszuhandeln. Das GSW war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Frank Aschenberger sagt, dass er die Unterschriftenliste und das Begleitschreiben den Verwaltungsratsmitgliedern vorgelegt habe. Ebenso habe er dem Verwaltungsrat mitgeteilt, dass eine Person im Gemeindeausschuss – dem kirchlichen Gremium, dass sich im Gegensatz zum Verwaltungsrat nur aus Otterstadter Gemeindemitgliedern zusammensetzt – nun nicht mehr zur ihrer Entscheidung stehe. Ursprünglich hatten sich im Gemeindeausschuss acht Mitglieder für und eines gegen das Projekt entschieden. Bindend ist aber nur die Entscheidung des Verwaltungsrates. Aschenberger erzählt auch, dass viele derjenigen, die unterschrieben haben, nach einem Gespräch mit ihm gesagt hätten: „Wenn ich das so gewusst hätte, hätte ich nicht unterschrieben.“ „Die Gerüchte in Otterstadt, wie die Unterschriftenliste zustande gekommen ist, möchte ich aber nicht kommentieren“, sagt Aschenberger.