Speyer 100-Jährige sind besonders attraktiv

Seltenes Prachtstück: Börsenorganisator Peter Seelinger zeigt im Technik-Museum ein Leitwerk der Pfalz D.XII von 1918. Dieses Fl
Seltenes Prachtstück: Börsenorganisator Peter Seelinger zeigt im Technik-Museum ein Leitwerk der Pfalz D.XII von 1918. Dieses Flugzeug wurde von den Pfalz-Flugzeugwerken in Speyer gebaut.

Mehr als 500 Besucher sind nach Angaben von Organisator Peter Seelinger am Samstag zur 45. Internationalen Flugzeug-Veteranen-Teile-Börse in den Hangar 10 des Technik-Museums Speyer gekommen. Circa 75 Aussteller aus Deutschland und dem europäischen Ausland haben dort ihre Schätze gezeigt, verkauft oder getauscht. Zwei 100 Jahre alte – unverkäufliche – Prachtstücke sind von besonders vielen Gästen bewundert worden.

Im Foyer des Hangar 10 hat Börsenchef Seelinger einen Hingucker platziert: ein „Rumpfendstück und Seitenleitwerk der Pfalz D.XII“. Circa 800 Stück des Kampfeinsitzers haben die Pfalz-Flugzeugwerke (PFW) 1918, also kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs, auf dem heutigen Museumsgelände hergestellt. Der 70-Jährige hat das seltene Teil vor einigen Jahren für die 1997 gegründete PFW Aerospace GmbH erworben; bis vor Kurzem befand es sich auf dem Gelände seines früheren Arbeitgebers. Zu den Bewunderern des 100 Jahre alten Schmuckstücks gehört Udo Dräger, ehemaliger Werkleiter bei dem Speyerer Flugzeugteile-Zulieferer, wie Seelinger nicht ohne Stolz erzählt. „Dort gehört es hin“ – das habe Dräger am Samstag über den Plan des Börsenorganisators gesagt, das Teil künftig in der Raumfahrthalle des Technik-Museums neben dem Nachbau einer Pfalz D.III auszustellen. Und das als Leihgabe von PFW Aerospace, wie auf der Info-Tafel zu dem Exponat zu lesen steht. München, Paris, Speyer – das sind die Ausstellungsorte des Nachbaus eines Instrumentbretts einer Junkers F 13. Besitzer der Rarität ist Detlef Mundt. „Nur der Rahmen aus Aluminium ist neu. Die Instrumente sind alle Originale“, teilt der Bayer mit. Vor fünf Jahren habe der Flugzeugtechniker und Freizeitpilot sämtliche Instrumente wie Drehzahl-, Geschwindigkeits- und Höhenmesser, Borduhr, Kompass und Benzindruckanzeiger beisammen gehabt. Zwei Jahre lieh Mundt sein Werk dem Deutschen Museum in München, danach wurde es ein Jahr in Paris gezeigt, wie der Börsen-Teilnehmer berichtet. Verkaufen will Mundt seinen Schatz nicht, auch wenn es etliche Interessenten gebe. Von der F 13, dem ersten Gesamtmetall-Verkehrsflugzeug, sind von 1919 bis 1932 circa 320 Exemplare gebaut worden. Somit handelt es sich bei der Maschine wie bei der Pfalz D.XII um ein (fast) 100 Jahre altes Flugzeugmodell. Horst Wolff, gebürtiger Norddeutscher und Wahl-Hesse, hätte seinen ungefähr drei Meter langen Holzpropeller gerne verkauft. Doch kein Angebot erreichte den ihm vorschwebenden niedrigen vierstelligen Euro-Betrag. Er will das Stück, das in den 1930er- und 40er-Jahren bei verschiedenen Modellen von Focke-Wulf für Vortrieb sorgte, bei der nächsten Börse am 13. April 2019 wieder anbieten. Organisator Seelinger zeigt sich zufrieden mit der Besucheranzahl am Samstag – und vor allem mit der Fachkenntnis des Publikums. Denn Fachsimpeln gehört einfach zu der Veranstaltung dazu, wie mehrere Aussteller unisono betonen.

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