Speyer Nach Feierabend beginnt die Arbeit

Markant: das Gebäude der Freien Evangeliumschristen an der B 9 in Schwegenheim.
Markant: das Gebäude der Freien Evangeliumschristen an der B 9 in Schwegenheim.

«Schwegenheim.»Vormittags ist es noch ruhig auf der Baustelle im Breiten Pfuhl hinter den Supermärkten Rewe und Penny in Schwegenheim. Ein Lastwagen liefert Baustoffe an. Hinter dem Haus pflastert ein Rentner einen Grillplatz, ein junger Mann hilft ihm dabei. Die Mitglieder der Freien Evangeliumschristen-Gemeinde bauen ihre neue Kirche zum größten Teil selbst. Nur der aufwendige Einbau von Estrich und eines Aufzugs sowie Brandschutzvorkehrungen wurden vergeben. „Nachmittags ab 16 Uhr kommen immer mehr Helfer“, sagt Pastor Rudolf Witmaier, der mit Alexej Schneider für die Bauleitung zuständig ist. Die Gemeindemitglieder errichten seit April 2016 jeden Tag – außer sonntags – ehrenamtlich nach der Arbeit und in ihrem Urlaub das rund 900 Quadratmeter große Gebäude. Die Schwegenheimer Gemeinde der Freien Evangeliumschristen, die dort entstehen wird, soll eine Filiale der Muttergemeinde in der Speyerer Siemensstraße werden und diese entlasten. Der Gottesdienst in Speyer wird an normalen Sonntagen von rund 1000 Menschen besucht, an Feiertagen kommen bis zu 1500 in der Siemensstraße zusammen. Die neue Kirche soll Heimat werden für die Gläubigen aus Schwegenheim, Lingenfeld, Römerberg, Hanhofen und Bellheim sowie aus weiteren Orten Richtung Landau und Karlsruhe. „Die Gemeindemitglieder fahren jetzt noch nach Speyer. Wir bauen das Gebäude in Schwegenheim, damit sie nicht mehr so weit fahren müssen“, sagt Pastor Peter Fast. Den runden Eingangsbereich, der noch eine Glasfront bekommen wird, durchzieht von links nach rechts eine Treppe. Sie führt in die oberen Räume des Gebäudes. Im Erdgeschoss geht es rechts in den Versammlungssaal, der laut den Bauleitern maximal 500 Menschen fasst. Zurzeit stehen dort aber noch Gerüste für die Decke, die abgehängt wird und somit für eine gute Akustik sorgen soll. Links vom Foyer geht es in einen rund 300 Quadratmeter großen Speiseraum, an dessen Ende eine große Küche eingerichtet wird. Der Raum soll Gemeindemitgliedern für Geburtstage, Hochzeiten, Beerdigungen und andere Feiern zur Verfügung stehen. „Wir haben viele Jugendliche, die heiraten, und sie brauchen dann nichts zu mieten“, sagt Pastor Fast. Für den sonntäglichen Kindergottesdienst richten die Evangeliumschristen im Obergeschoss drei Räume ein. Dort wird es auch Zimmer für Chorproben geben. „Wir legen Wert auf Musik und Gesang“, sagt Bauleiter Schneider. Für die Kinder wird im Garten hinter dem Haus noch ein Spielplatz gebaut. Vor der Kirche soll ein großer Parkplatz entstehen. Die Gemeindemitglieder hoffen, dass noch eine Leitplanke als Absicherung zur B 9 errichtet wird. Dazu soll es Gespräche mit dem Landesbetrieb Mobilität geben. Bisher haben die Mitglieder einen Schutzwall aus Erde aufgeschüttet. Sie wünschen sich, dass sie das Gebäude im August fertig haben. „Genau sagen können wir das nicht, weil wir das Gebäude ja in unserer Freizeit bauen“, ergänzt Rudolf Witmaier. Die Kosten für das Bauvorhaben schätzen die Bauleiter auf rund 2,7 Millionen Euro. Das Geld kommt durch Spenden von Mitgliedern und durch Kredite zusammen. Zur Eröffnung ist ein Tag der offenen Tür geplant, „damit jeder mal reinschauen kann“, sagt Pastor Witmaier. Denn die evangelische Freikirche, die von russisch-, polnisch- und rumänischstämmigen Deutschen besucht wird, sei offen für alle Menschen.

Auf der Treppe im Foyer: (von links) Pastor Peter Fast, Pastor Rudolf Witmaier, Bauleiter Alexej Schneider und Pastor Viktor Krü
Auf der Treppe im Foyer: (von links) Pastor Peter Fast, Pastor Rudolf Witmaier, Bauleiter Alexej Schneider und Pastor Viktor Krüger.
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