Neunkirchen
Zoos in Neunkirchen und Saarbrücken machen am Montag wieder auf
Der Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch erinnert daran, dass Zoos in anderen Bundesländern, darunter Rheinland-Pfalz, schon am 20. April wieder aufgemacht haben. „Aber auch wir waren nicht untätig und haben alles für eine baldige Wiedereröffnung in Corona-Zeiten vorbereitet.“ Zum Beispiel waren am Mittwoch, 29. April, mehrere Tierpfleger mit dem Anfertigen von Papp-Schablonen beschäftigt: Mit deren Hilfe markieren sie die Wege auf dem Gelände mit aufgemalten Pfeilen. Schon vor Wochen habe die Belegschaft des Neunkircher Tierparks ein Sicherheits- und Hygienekonzept ausgearbeitet. „Wir sorgen für einen geregelten Ablauf beim Zoobesuch“, bekräftigt Norbert Fritsch. „Ab Montag, 4. Mai, kann man überall im Zoo viel Abgeklebtes, Markierungen und Wegweiser vorfinden“, sollen je zwei Meter Abstand zwischen den Gästen gewährleistet und „keine Menschenkonzentrationen an bestimmten Orten provoziert werden“. „Zum Konzept gehört, dass unsere überdachten Tierhäuser leider nicht zugänglich sind“, kündigt Fritsch verschlossene Pforten am Elefanten-, Affen- und am Giraffenhaus an. „Aber unsere Besucher verpassen deswegen nichts“, ergänzt der Direktor, dass die dort lebenden Tiere den Frühling derzeit sowieso lieber im Freien genießen – in den frei zugänglichen Außengehegen neben ihren Unterkünften.
Verzicht auf Show-Fütterungen
„Aber auch dort müssen wir Menschenansammlungen verhindern“, berichtet Norbert Fritsch, dass publikumswirksame Show-Fütterungen etwa am Seehundbecken bis auf Weiteres unterbleiben. Und die Falknerei im Zoo verzichtet in den nächsten Wochen auf öffentliche Flugvorführungen zu festen Zeiten. „Natürlich werden die Greifvögel auch in Corona-Zeiten regelmäßig bewegt“, kündigt Fritsch Flug-Aktionen im kleineren Rahmen an. Diese würden über den ganzen Tag verteilt, um den Besucherandrang zu entzerren. So könne der Neunkircher Zoo von Montag an wieder zu den gewohnten Zeiten täglich von 8.30 bis 18 Uhr öffnen.
Noch bis übers Wochenende werden die Mitarbeiter alle Hände voll damit zu tun haben, einen Rundweg für die Besucher auszuschildern. „Es gibt Hinweispfeile und zwischendurch auch mal eine Abkürzung“, blickt der Direktor voraus. Die Kioske im Park – darunter der Imbiss neben dem weiterhin geschlossenen Kinderspielplatz – verkaufen ihre Sortimente ausschließlich zum Mitnehmen. „Die Tische und Stühle, die dort stehen, darf man nicht benutzen“. Als Ersatz verweist Norbert Fritsch auf Ruhebänke und andere Sitzgelegenheiten im Zoo, auf denen man – immer mit gebührendem Abstand – auch mal ein Päuschen werde einlegen können. Die Toiletten, so fügt der Chef hinzu, würden in kurzen Abständen gereinigt und desinfiziert.
Neuer Eingangsbereich entsteht
Gäste betreten den Tierpark ab Montag durch eine improvisierte Pforte mit Kassenhäuschen. Und zwar einige Meter links vom bislang gewohnten Eingangs- und Verwaltungsgebäude: Dieses wurde abgerissen, um in diesen Wochen einem modernen Neubau zu weichen. „Die Bauarbeiten sind in vollem Gang“, hofft der Zoodirektor, den neuen Eingangs- und Kassenbereich noch vor dem Sommerferien in Betrieb nehmen zu können. Zudem kündigt Norbert Frisch für die nächsten Monate neue Gehege unter anderem für die Erdmännchen und Pantherschildkröten an, und auch bei den Zebras werde sich schon bald etwas tun.
„Hier im Zoo haben wir im Moment sogar mehr als sonst zu erledigen“, kann sich der Direktor auch in virusgeplagten Zeiten über einen Mangel an Aufgaben nicht beklagen. Auch aus diesem Grund zeigt er sich darüber sehr erleichtert, dass der Zoo keine Mitarbeiter in die coronabedingte Kurzarbeit habe schicken müssen: „Das wäre bei uns ja gar nicht möglich. Schon weil unsere Tiere weiter gut gepflegt werden müssen – die sind ja nicht weniger geworden.“