Neunkirchen
Wiedereröffnung des Cinetower-Kinos noch in diesem Jahr geplant
Seit zwei Monaten ist das Neunkircher Kino im Wasserturm, genannt Cinetower, geschlossen. Bunte Filmplakate weisen noch darauf hin, dass im Cinetower einst filmisches Leben geherrscht hat – aber dann gingen die Lichter aus. Und noch immer sind die Vorhänge der Leinwände in den vier Kinosälen geschlossen. Wie lange wird das noch der Fall sein? Die RHEINPFALZ fragt bei der Unternehmerfamilie Getrey nach, die den Neunkircher Wasserturm betreibt. In dessen Treppenturm mit sechs Etagen befindet sich das Kino.
„Unser Ziel ist es, das Kino zu Beginn des letzten Quartals 2024 wieder zu eröffnen“, sagt Sabine Hunsicker von der Investorengruppe. „Wir sind zuversichtlich, dass wir diesen Zeitrahmen einhalten können.“ Das heißt: Wenn alles gut geht, könnten im schnellsten Fall in einem Monat wieder Superhelden, animierte Figuren und auch der berühmte römische Kämpfer in „Gladiator II“ 24 Jahre nach seinem Vorgänger auf den Cinetower-Leinwänden zum Leben erweckt werden. Würde das Kino ab 1. Oktober, wann das letzte Quartal des Jahres beginnt, wieder eröffnet, könnte es pünktlich von der heißen Phase der Herbstkinospielzeit profitieren. „Gladiator II“ kommt etwa Mitte November in die Kinos.
„Fortgeschrittene Vertragsverhandlungen“
Die Wasserturm-Betreiber sind sich „der Bedeutung des Kinos für die lokale Gemeinschaft sehr bewusst und arbeiten intensiv daran, den Kinobetrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen“, berichtet die Unternehmensmitarbeiterin.
Der Grund für die Kinoschließung prangt auf der Eingangstür. Dort teilt Timo Simon, der Sohn des ehemaligen Neunkircher Kinobetreibers Andreas Simon, mit, dass sein Vater plötzlich verstorben war. „In dieser schweren Zeit bitten wir um Verständnis und Ihre Geduld“, heißt es da unter anderem. Darunter findet sich ein Schwarz-Weiß-Bild, das im Vordergrund Sohn Timo mit seinem Vater im Hintergrund zeigt. Timo Simon, der schon vorher die Kinogeschäfte zusammen mit seinem Vater Andreas geführt hat und das Kino später auch übernehmen wollte, war für Anfragen zur Wiedereröffnung unserer Zeitung nicht zu erreichen.
Sabine Hunsicker, Mitarbeiterin der Wasserturm-Betreiberfamilie Getrey, spricht von „fortgeschrittenen Vertragsverhandlungen mit potenziellen neuen Betreibern“. Wer das ist, werde noch bekanntgegeben.
Pro Jahr 100.000 Kinobesucher in Neunkirchen
Andreas Simon hatte den Cinetower mit seiner Cinemas Group seit dem Jahr 2000 betrieben. Es folgte das Homburger Eden-Kino, das nach Streitigkeiten mit den Eigentümern des Kinogebäudes in der Zweibrücker Straße im Juli in neue Hände überging: Nun betreibt es auch die Familie, der vorher schon das Kinogebäude in Zweibrückens Nachbarstadt gehörte: Jason Bode, der Enkelsohn von Familie Ohl, der das Kino vor Ort betreibt, sagte der RHEINPFALZ im Sommer, dass er das Eden-Cinehouse in Homburg modernisieren wolle.
In den Jahren 2017 und 2018 wurden sowohl der 1936 erbaute Wasserturm als auch das Kino im sechsstöckigen Treppenturm von Grund auf renoviert und saniert. Nach Angaben der Betreiber zieht das Kino jedes Jahr um die 100.000 Besucher an. Eröffnet wurde das Neunkircher Kino 1997 – zuvor wurde innerhalb von zwei Jahren der Turm gebaut. Mittlerweile bietet es in seinen vier Sälen Platz für insgesamt 420 Besucher.
Kino-Alternativen in Saarbrücken, Homburg oder Zweibrücken
Ob es im Neunkircher Cinetower bald neue Betreiber gibt, wird spätestens im Herbst klar sein. Bis dahin können Kinofans zum Beispiel auf die Lichtspielhäuser in Saarbrücken ausweichen, nach Homburg ins Eden-Kino fahren, oder nach Zweibrücken ins Cinema Europa in der Gottlieb-Daimler-Straße.