Blieskastel RHEINPFALZ Plus Artikel Webenheimer Bauernfest kehrt zurück

Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten. 2017 kamen tausende Besucher zum Webenheimer Bauernfest. Das erwartet der Veranstalter auch dies
Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten. 2017 kamen tausende Besucher zum Webenheimer Bauernfest. Das erwartet der Veranstalter auch dieses Jahr.

Anfang des Jahres stand noch alle Zeichen auf Absage. Nun die Wendung: Das Webenheimer Bauernfest, das größte Volksfest des Saarlandes, erwacht aus seinem Corona-Schlaf. Die Erwartungen an das Fest sind hoch, der Betreiber rechnet mit rund 100.000 Besuchern.

Schlachtfest, Pferdeschau, Feuerwerk, und mehrere Konzerte: Das Webenheimer Bauernfest kehrt nach seiner Corona-Zwangspause zurück. Es ist das größte Volksfest im Saarland und bietet vom 8. bis 18. Juli ein buntes Programm für Jung und Alt. Veranstalter Martin Schunck vom Reiterverein Bliestal erwartet in diesen zehn Tagen etwa 100.000 Besucher. Einiges will der neue Festzeltbetreiber modernisieren. Der „Ursprung vom Bauernfest“ kann allerdings nicht mehr stattfinden.

Etwa 45 Schausteller erwartet Martin Schunck. Allein beim Bauernmarkt erwartet er 10.000 Leute. Der ist nur ein Teil des Treibens. Schunck ist es wichtig, ein Programm sowohl für die älteren als auch für die jungen Besucher zu haben. Deswegen stehen Volks- und Blasmusik vom MV Breitfurt und den Habachtalern an – aber auch Fahrgeschäfte, etwa mit dem Neuling Disco-Scooter, vier Frühschoppen, oder ein Familientag am 13. Juli ab 14 Uhr. „Das ist das Besondere am Bauernfest. Für alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen soll es was bieten.“

Am 8. Juli wird es gegen 19.20 Uhr mit dem MV Breitfurt und „fünf, sechs Pferdekutschen“ eröffnet. Die transportieren unter anderem Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, die die Schirmherrschaft fürs Bauernfest übernommen hat. Ein bunt gemischtes Programm steht also an. Dabei standen zuerst alle Zeichen auf Absage. „Zu Beginn des Jahres hat keiner damit gerechnet, dass das was gibt“, sagt Schunck – eigentlich sei man wegen der damals hohen Infektionszahlen vom Gegenteil ausgegangen. In den letzten beiden Jahren musste das Bauernfest ebenfalls ausfallen.

Der Disco-Scooter als Neuling auf dem Platz

Dieses Jahr konnte der Reiterverein Bliestal wegen der gelockerten Corona-Maßnahmen an die Planungen gehen. Mit Anfang März sehr spät zwar – „aber das merkt man eigentlich nicht.“ Denn fast alles sei schon eingetütet. Normalerweise erfolgen erste Kontaktaufnahmen mit den Schaustellern bereits im Oktober oder November des Vorjahres, erklärt Schunck. Gibt es wegen Corona weniger Aktionen und Events? Nein, beruhigt Martin Schunck. „Wir haben eigentlich unsere gesamte Stammbelegschaft wieder.“ Dazu zählen die Fahrgeschäfte Breakdancer und Chaos. „Zusätzlich sind ein paar Wechselgeschäfte dazugekommen.“ Der Disco-Scooter etwa ist brandneu auf dem Gelände. Die Eisbar Gronen macht dagegen nicht mehr mit. Die Betreiberin ging in Rente, ebenso der Autoscooter Haddzis.

Das erste Bauernfest fand vor 101 Jahren statt

Grundsätzlich lässt sich das Bauernfest in vier große Bereiche unterteilen: Der Vergnügungspark mit seinen Fahrgeschäften, der Bauernmarkt (findet am 9. Juli von 9 bis 15 Uhr statt), das Festzelt mit Musik, und die Pferdesport-Aktionen. Diesem Punkt blickt Schunck mit Wehmut nach: Das Pferderennen kann nämlich erstmals nicht stattfinden. Was ist der Grund? „In Deutschland gibt es immer weniger Rennpferde. Und jetzt können wir die Felder nicht mehr füllen. Seit 2015 hatten wir immer weniger Pferde.“

2019 konnte sie „mit Müh und Not“ noch ein Programm zusammenstellen. Das zeichnete sich in den Vorjahren ab: „Wenn wir fünf, sechs Pferde hatten, waren wir zufrieden.“ Früher sollten es immer zehn sein. Aber: „Wenn drei Pferde gegeneinander rennen, macht das keinen Sinn.“ Pferdesport-Experten sähen das kommen. Von allen anderen Besuchern, die sich einfach nur das Pferderennen angucken, „werden viele erstaunt oder traurig sein“, prognostiziert Schunck. Er selbst ist es auch. „Es war halt der Ursprung vom Bauernfest.“

Denn das erste Bauernfest in Webenheim fand 1921 auf der Bliestal-Wiese statt. „Da haben die Pferderennen gemacht, und einen dabei getrunken“, blickt der Veranstalter zurück.

Immerhin einen kleinen Trost gibt es: der Frühschoppen. Der findet viermal vormittags (ab 10 bzw. 11 Uhr) im Festzelt statt: Am 9., 10., 11., und 17. Juli. Am vorletzten Festtag gibt“s dazu Musik von den Hofgasslern.

Feuerwerk als großes Bauernfest-Finale

Apropos Festzelt: Das hat neue Betreiber. Finke Events aus Frankenthal kümmern sich ab diesem Jahr erstmals um alles, was im Zelt passiert. Stephan Grunder will „das Ganze ein bisschen modernisieren, das ist ja auch notwendig“, findet Martin Schunck. „Man muss ja auch mit der Zeit gehen.“ So soll das Festzelt ganz anders gestaltet werden. Vieles wird erst in den nächsten Jahren neu justiert. „Wir haben dieses Jahr den Wiederanlauf. Da darf man auch nicht zu viel experimentieren. Da muss man gucken, dass das klappt.“

Das Finale am 18. Juli wird mit dem traditionellen Feuerwerk ab 22 Uhr zelebriert. Vorher gibt“s ab 20 Uhr ein Konzert der Firma Holunder. Für den letzten Tag wird ein kleiner Eintritt von zwei Euro fällig – an den übrigen Tagen kommt man kostenlos aufs Gelände.

x