Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Wasser- und Bodenverband Einöd beklagt Dreckbrühe im Gerhardsgraben an der Blies

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Die jüngste Versammlung des Einöder Wasser- und Bodenverbandes wurde wegen der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben. Hauptthema wäre das Abwasserproblem am Gerhardsgraben in der Bliesaue bei Wörschweiler gewesen.

Wie der Vorsitzende Klaus Riedinger auf Anfrage erläutert, wollte der Wasser- und Bodenverband jetzt auch seinen langjährigen Geschäftsführer Ludwig Hoffmann (Homburg) verabschieden und einen Nachfolger bestimmen. Im Gespräch für dieses Amt ist Ernst Ehrmanntraut aus Einöd.

Kritisch beobachten die Landwirte vom Wasser- und Bodenverband die Lage am Gerhardsgraben in Wörschweiler. Dort, so Riedinger, lasse man das Abwasser bei Starkregen „einfach in den Gerhardsgraben laufen“. Niemand schere sich darum, „dass wir dort seit vorigem Jahr ein Natura-2000-Gebiet haben“. Wörschweiler sei zwar an die Kläranlage Beeden angeschlossen. Bei heftigem Regen ströme aber das Wasser – und verdünnte Fäkalien, wie man am Toilettenpapier sehe – weit in die Blieswiesen hinein.

Nesselberger: Entsorgungsverband ist zuständig

Seit Jahren wird auch in Wörschweiler selbst über das leidige Problem diskutiert. Gegenüber der RHEINPFALZ bestätigte Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger, dass etwa bei Hochwasser dort das Abwasser „aus dicken Rohren in den Graben schießt. Der wird dann zum reißenden Fluss.“ Schon oft hätten sich der Wörschweiler Ortsrat und er selbst, Nesselberger, beim Entsorgungsverband Saar (EVS) darüber beschwert. Das Problem rühre von einem Kanal-Überlaufrohr her, das vom EVS betrieben werde. Der Ortsvorsteher: „Bei Starkregen drückt das Wasser bei uns im Dorf überall aus den Kanaldeckeln.“

Unzufrieden mit Düngemittelverordnung

Klaus Riedinger, der den Buchenhof bewirtschaftet, wollte bei der Versammlung auch über die EU-Richtlinie zur Nitratbelastung des Wassers reden: „Allgemein heißt es, dass Gülle und Dünger aus der Landwirtschaft das Trinkwasser vergiften. So einfach ist das aber nicht. Man darf nicht pauschal den Bauern alles in die Schuhe schieben.“

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