Neunkirchen
Wanderweg Kasbruchtal: Familienfreundlicher Abstecher in die Vergangenheit
Von 1927 bis zu seiner Schließung 2009 wurde das rustikale Neunkircher Kasbruch-Freibad von weit mehr als einer Million Badegästen besucht. Entstanden war das Naturbad durch Anstauen des dort verlaufenden Kasbruch-Baches. Inzwischen lässt sich kaum noch erahnen, wo sich die Schwimmbecken befanden: Diese wurden mit Erde verfüllt, renaturiert und sind inzwischen mit einem Wäldchen zugewachsen.
Steinzeitmenschen und die alten Römer
Wanderer bewegen sich hier auf geschichtsschwangerem Geläuf. Noch immer mag hier manches Überbleibsel aus römischer, keltischer und der Jungsteinzeit darauf warten, gehoben zu werden. Bereits gefunden wurden hier unter anderem Tonscherben aus der römischen Töpferei im heutigen Blickweiler, Steinzeitbeile sowie keltische Bronzeschnallen. Im Foyer des Neunkircher Rathauses ist heute die Nachbildung eines römischen Götter-Bronzetorsos aus dem Kasbruchtal ausgestellt, ebenso der Rennofen: eine Eisenschmelze aus der Merowinger-Epoche. Im Kasbruchtal machen Bildtafeln den Wanderer unterwegs immer wieder mit allerlei großen und kleinen Funden von anno dazumal bekannt.
Mühselige Bestattungskultur unserer Vorfahren
Seinen Reiz bezieht der recht kurze, meist flache und daher sehr familienfreundliche Spazierweg aber vor allem aus seinen großen Fels-Attraktionen, die zum Erkunden, Erklimmen und Balancieren einladen. Zum Beispiel gibt es da uralte Treppenanlagen und antike Steinbrüche – darunter der sogenannte Opferstein, an dem sich die Römer vom 1. bis 3. nachchristlichen Jahrhundert zu schaffen gemacht haben. Über die Stufen der „Jungferntrapp“, auch Jungfernstieg genannt, gelangt man mitten im Wald auf ein Felsenplateau, in das die hier einst lebende gallorömische Bevölkerung ein halbes Dutzend geheimnisvoll anmutender Löcher gehauen hat: Bei den sicherlich mühselig in den Fels getriebenen Vertiefungen soll es sich um Gräber handeln, in denen einst die Asche Verstorbener bestattet wurde. Dies sterblichen Überreste haben sich jedoch leider ebensowenig in die Gegenwart hinübergerettet wie ein säulenverziertes Brunnenheiligtum, dessen Relikte seit den 1970er Jahren als verschollen gelten.
Der Name Kasbruch hat also nichts mit altem Käse zu tun. Stattdessen steht die keltisch-stämmige Silbe „Kas“ für das Wort „Eiche“, und ein Bruch ist ein Sumpfgebiet. Somit lässt sich das Wort Kasbruch als „Feuchtgebiet am Eichenhang“ deuten.
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