Blieskastel-Lautzkirchen
Vier Verletzte und toter Hund nach Brand: 184 Feuerwehrleute im Einsatz
Bei dem Brand in der Pirminiusstraße, der Ortsdurchfahrt des Blieskasteler Stadtteils Lautzkirchen, ist nach RHEINPFALZ-Informationen ein Hund ums Leben gekommen. Das Feuer, das laut einem Sprecher der Polizei Homburg um fünf Minuten nach Mitternacht in der Nacht auf Mittwoch ausbrach, sorgte zudem für vier Verletzte. Eine 49 Jahre alte Hausbewohnerin „hat sich beim Verlassen des Hauses einen Knochenbruch zugezogen“, sagt der Sprecher der RHEINPFALZ. Sie sei gestürzt, als sie sich nach draußen rettete. Rettungskräfte brachten zwei weitere Personen der Familie, die im Haus wohne (ein 15-jähriger Jugendlicher sowie ein 55 Jahre alter Mann) und einen 81-jährigen Nachbarn ins Krankenhaus. Laut Polizeisprecher haben sich die drei Personen Rauchvergiftungen zugezogen.
Anwohner Hermann Schwarzenberg erzählt uns vor Ort, wie er den Brand erlebt hat. „Zuerst habe ich eine laute Verpuffung gehört, dann mehrere Knallgeräusche wie Schüsse. Als ich auf die Straße gegangen bin, dachte ich, hier geht die Sonne auf, so hell, gelb, orange und rot war der Himmel von den Flammen“, sagt er. Der pensionierte Lehrer wohnt nur wenige Meter vom Brandhaus entfernt in der Brunnengasse. Die Bewohner kennt er, da sie einen Schrebergarten an der Bahnlinie bewirtschaften und öfter an seinem Haus vorbeilaufen. Für die Hunde der Nachbarschaft hat Schwarzenberg immer Leckerli in der Hosentasche, auch dem Hund der Familie, deren Haus jetzt abgebrannt ist, hatte er immer was Feines.
Nehlig: „So etwas hatten wir in den letzten Jahren hier nicht“
Einige Feuerwehrleute waren über 13 Stunden im Einsatz. Bis zum Mittwochmittag waren laut Wehrführer Marco Nehlig 184 Brandbekämpfer vor Ort, die noch gegen 13 Uhr im Keller und Erdgeschoss Glutnester ablöschten. Laut Nachbarn ist der Brand im Keller ausgebrochen. Um das Gebäude löschen zu können und ein Übergreifen der Flammen auf Nachbarhäuser in dem eng bebauten und verwinkelten Gebiet zu verhindern, mussten die Feuerwehren auch durch Häuser in der Brunnengasse hindurch Wasserschläuche verlegen. Nur so konnten sie die Rückseite des Brandhauses löschen.
Nehlig beschreibt das Geschehen als außergewöhnlich. „So etwas hatten wir in den letzten Jahren hier nicht“, sagt er der RHEINPFALZ. Zeitweise hatte das Feuer auch auf ein Nachbarhaus übergegriffen. Die Bürger, die in der Nähe des dreistöckigen Hauses wohnen, sind auch über die Katastrophenschutz-App Katwarn vor dem Rauch gewarnt worden.
Auswirkungen für Kita- und Schulkinder
Das Haus ist einsturzgefährdet. Die Lautzkircher Ortsdurchfahrt ist ab Bahndamm bis zur Abzweigung Niederwürzbach noch immer gesperrt – und könnte es laut Nehlig vermutlich noch wochenlang bleiben. Solange die Einsturzgefahr besteht, wird die Ortsdurchfahrt – die Pirminiusstraße – gesperrt bleiben, sagt er.
In der Nacht hatte die Feuerwehr großflächgiger gesperrt. In dieser Zeit hatte sich die Sperrung bis zur Kreuzung nach Bierbach und Niederwürzbach erstreckt. Wie Nehlig berichtet, ist die Sperrung am Mittwochmorgen um sieben Uhr zurück- und um die Einsatzstelle herumgebaut worden. Grund waren die Kinder, die eine Straße weiter in die Schule und den Kindergarten mussten. Wer mit dem Auto von Bierbach kam, musste seine Kinder rund 300 Meter vor Schule und Kita abladen. Ab Höhe des Edeka-Marktes mussten sie zu Fuß gehen.
16 Löschbezirke und Drohne im Einsatz
184 Feuerwehrleute waren vor Ort. Wehren aus 16 Löschbezirken aus dem gesamten Saarpfalz-Kreis wurden als Unterstützung hinzugerufen. Beteiligt waren auch die Wehren aus Homburg, dem Mandelbachtal, Bexbach, Kirkel und St. Ingbert. Diese war mit zwei Löschbezirken und einer zweiten Drehleiter vor Ort. Deren Feuerwehrdrohne sei zum ersten Mal im Einsatz gewesen und hatte der Feuerwehr einen Überblick gegeben. Durch die Drohne konnten sie einen Blick ins zerstörte Haus werfen, das zu diesem Zeitpunkt nicht betreten werden konnte. Die Neunkircher Kollegen hatten 52 Atemschutzgeräte im Gepäck.
Den entstandenen Schaden beschreibt ein Sprecher der Polizei als „immens“. Am Mittwoch waren Statiker der Bauaufsichtsbehörde des Saarpfalz-Kreises vor Ort, die prüfen, ob das Haus einsturzgefährdet ist. Das Technische Hilfswerk (THW) sei mit der Begutachtung und Absicherung des Anwesens beauftragt. Die Brandbegehung, bei der Ursache und weiteres Vorgehen ermittelt werden, wurde am Mittag durchgeführt. Auch Spurensicherungskräfte des Saar-Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken werde nach der Ursache des Feuers ermitteln.
Den Feuerwehrleuten hat der Einsatz viel abverlangt. Auch Wehrführer Marco Nehlig war die ganze Nacht auf den Beinen. Er freut sich im RHEINPFALZ-Gespräch am Mittwochmittag erst mal aufs Bett.